Joost: Schicke Schale, leerer Kern

Der erste Schritt, der schwerste Schritt

Umso ärgerlicher ist diese Tatsache, weil das System steht, stabil läuft und Potenzial hat. Joost lässt sich in Media-Center-Manier bedienen, in jeder Sendung kann nach Belieben hin- und hergesprungen werden, die Werbung ist deutlich erträglicher als im normalen TV. Wie gut würden sich hier statt zweitklassiger Kinostreifen echte Erfolgsfilme machen, bekannte Staffeln oder Perlen des Independent-Sektors. Die Ablösung des Fernsehens wäre bei vergleichbaren Inhalten dann nur eine Frage der Zeit.

Doch vielleicht kommt Joost hier zu früh: Weder die anvisierte Zielgruppe noch die anvisierten Anbieter haben Erfahrungen mit diesem Gesamtkunstwerk, das mit dem heutigen TV so viel und doch so wenig gemeinsam hat. Möglicherweise muss erst ein Prozess durchlaufen werden, der mit der Vermarktung von Musik über das Internet vergleichbar ist; denn auch da sind nach mehreren Jahren immer noch nicht die letzten Zweifel ausgeräumt, ob die Produkte der Labels im Netz wirklich gut aufgehoben sind. Fernsehen steht hier noch ganz am Anfang.

Joost

Bild 1 von 12
Messenger - Auch Instant Messenger und Mail-Accounts sollen sich in Joost einbetten lassen.
Bild vergrößern

Auch Instant Messenger und Mail-Accounts sollen sich in Joost einbetten lassen.

Bild 2 von 12
Suchfunktion - Anhand von Schlagwörtern lassen sich alle Kanäle durchforsten.
Bild vergrößern

Anhand von Schlagwörtern lassen sich alle Kanäle durchforsten.

Bild 3 von 12
Senderliste - Noch mit eingeschränkter Auswahl, aber in gediegener Optik.
Bild vergrößern

Noch mit eingeschränkter Auswahl, aber in gediegener Optik.

Bild 4 von 12
Chat-Funktion - Besucher des gleichen Senders können miteinander chatten.
Bild vergrößern

Besucher des gleichen Senders können miteinander chatten.

Bild 5 von 12
Anforderungen - Zusätzlich empfiehlt sich ein DSL-Anschluss ohne Volumentarif.
Bild vergrößern

Zusätzlich empfiehlt sich ein DSL-Anschluss ohne Volumentarif.

Bild 6 von 12
Menü - An den vier Rändern liegen alle Bedienelemente unaufällig.
Bild vergrößern

An den vier Rändern liegen alle Bedienelemente unaufällig.

Bild 7 von 12
Konsole - Neben der normalen Steuerung können auch Senderinformationen aufgerufen werden.
Bild vergrößern

Neben der normalen Steuerung können auch Senderinformationen aufgerufen werden.

Bild 8 von 12
Installation - Joost ist in weniger als einer Minute auf der Festplatte.
Bild vergrößern

Joost ist in weniger als einer Minute auf der Festplatte.

Bild 9 von 12
joostzusatz
Bild vergrößern

joostzusatz

Bild 10 von 12
Hauptbildschirm - Das Startfenster von Joost mit Bedienelementen.
Bild vergrößern

Das Startfenster von Joost mit Bedienelementen.

Bild 11 von 12
Plugins - Vom Newsticker bis zur Uhr lassen sich die Plugins aufrufen.
Bild vergrößern

Vom Newsticker bis zur Uhr lassen sich die Plugins aufrufen.

Bild 12 von 12
Layerwerbung - Wer bestimmte Elemente anklickt, wird mit Werbung \"belohnt\".
Bild vergrößern

Wer bestimmte Elemente anklickt, wird mit Werbung \"belohnt\".


Werbung

Es ist also denkbar, dass sich Joost erst einmal mit der Rolle des Vorreiters begnügen muss, der die Bühne für erfolgreiches Internet-TV bereitet. Und bei genauerer Betrachtung wäre das sogar ein positives Signal: Nicht die Technik steckt die Grenzen dessen ab, was in Sachen IPTV möglich ist. Sondern die Wirtschaft, die sich mit dem neuen Medium anfreunden und ihre Inhalte zur Verfügung stellen muss. Hier sollte die Überzeugungsarbeit anfangen, erst dann lässt sich auch der Nutzer überzeugen.

Ein Knaller wäre der Zünder

Was müsste sich also bis zur Veröffentlichung der finalen Version von Joost tun, um zumindest auf Seiten der Konsumenten die Weichen zu stellen? Ein Blockbuster. Ein einziger wirklich erstklassiger, womöglich sogar exklusiver Inhalt, der eine breite Masse anspricht. Ein Gedankenspiel: Eine weltberühmte US-Serie wie Desperate Housewives erscheint einen Tag nach der normalen Ausstrahlung im Joost-Client. Menschenmassen und Lobeshymnen würden folgen.

Das scheinen auch die Macher von Joost erkannt zu haben: Kollaborationen mit CBS und Paramount Pictures bringen CSI, Numb3rs und den einen oder anderen wirklich bekannten Kinofilm in das unterbesetzte Sortiment. Auch die Zweitverwertung der Baseball-Übertragungsrechte der amerikanischen MBL ist ein Schritt in die richtige Richtung. Falls Joost die Signale also wahrgenommen hat und weiterhin zum Angriff auf das Normalo-TV blasen will, sollte möglichst bald ein echter Knaller zünden.

Forum

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 1 Beitrag

ja mag schon sein aber wie du schon in deinem artikel schreibst, potential ist vorhanden und wenn die richtigen leute dies erkennen wird einiges passieren denke ich. mir gefällt joost sonst sehr gut, es ist...

Eigenen Kommentar schreiben