Jammie Thomas verurteilt
RIAA gewinnt: 222.000 Dollar Strafe für Tauschbörsen-Musik
Patrick Woods
Jammie Thomas muss zahlen. Die Dreißigjährige alleinerziehende Mutter verlor den Zivilgerichts-Prozess gegen die Vereinigung der amerikanischen Musikindustrie RIAA. Damit hat der erste Filesharingprozess, der vor einem Schwurgericht ausgetragen wurde, mit einem dicken blauen Auge für alle Filesharer geendet.
Gepokert und verloren
1.702 Lieder hat die Plattenindustrie in ihrem freigegebenen Ordner in Kazaa gefunden. Lediglich 24 davon waren nun Gegenstand der Verhandlung. Die alleinerziehende Mutter zweier Kinder aus Minnesota kämpfte in Duluth vor Gericht gegen Branchenriesen wie Sony BMG, Capitol und Warner Bros. Records, pokerte hoch - und verlor.
Laut ihrem Anwalt Brian Toder hat die Niederlage sie schwer mitgenommen. "Sie brach in Tränen aus, sie war verzweifelt", sagte er dem Nachrichtendienst AP. "Diese Frau lebt von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck und plötzlich könnte auf Lebenszeit ein Viertel ihres Gehalts gepfändet werden".

![]()
![]()
Ihre Musikleidenschaft wurde Jammie Thomas zum Verhängnis.
Ingesamt 500.000 Dollar Kosten
Der Anwalt erklärte, dass Jammie Thomas auch die Prozesskosten bezahlen müsse und so insgesamt eine halbe Million Dollar Kosten auf die Frau zukommen könnten. Richard Gabriel, der führende Anwalt der RIAA in diesem Prozess, zeigte sich gegenüber Associated Press zufrieden mit dem Ergebnis: "Ich hoffe, dies ist eine Botschaft, dass Herunterladen und Verbreiten unserer Musik nicht ok ist."
Ob Thomas den kompletten Betrag bezahlen muss, ist noch nicht klar. Ihr Anwalt Toder geht davon aus, dass die Menschen in den Plattenfirmen "vermutlich Leute sind, mit denen man verhandeln kann". RIAA-Anwalt Gabriel sagte, dass noch keine Entscheidung gefallen sei, wie die Plattenfirmen den Schadensersatz einfordern werden.
"Irrationales Urteil"
Das Urteil ist nicht unumstritten. Der US-Anwalt Ray Beckermann kommentiert im Blog 'Record Industry vs. People': "222.000 Dollar für 24 Lieder im Wert von 23,76 Dollar? Ohne einen Beweis, dass auch nur ein einziger Song übertragen wurde? Das ist eines der irrationalsten Dinge, die ich in meinem juristischen Leben gesehen habe".
Beckermann ruft dazu auf, die Verteidiger zu unterstützen, die solche Fälle übernehmen und "so sehr viel dafür opfern". Er warnt: "Die Leichenfledderer der Musikindustrie haben in Duluth Blut geleckt und sie hatten recht damit." Jeder, der im freien, pulsierenden Internet sein Geld verdient, solle die "RIAA-Opfer" unterstützen, "nicht mit Worten, sondern mit Schecks", so der Anwalt. Beckmann ist überzeugt davon, dass das jetzige Urteil in der Berufung wieder aufgehoben werden wird.
Weitere Artikel zum Thema
-
RIAA gegen Filesharer: Die nächste Runde
Neue Prozesse gegen angebliche Piraten
-
Filesharing: RIAA muss Schadensersatz an Angeklagte zahlen
Ein Präzedenzfall für alle Filesharer in den USA
-
RIAA nimmt das Usenet ins Fadenkreuz
Das Aus für das Filesharing-Reservat
Links zum Artikel
Mehr über: Filesharing, p2p-Klagen, Audio
Diskutieren Sie zu diesen Artikel im Forum!
Neues Thema eröffnen
Zitat:
Das Thema wird auch hier (Klick) (etwas umfangreicher) diskutiert.:rolleyes:
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben









