Schon im kommenden Jahr neuer Standard
DVB-T2: Das Überallfernsehen geht neue Wege
Michael Knott
Kaum hat sich das Überallfernsehen DVB-T nach gerade zehn Jahren halbwegs etabliert, droht schon wieder das Altenteil. DVB-T2 heißt das Zauberwort für den designierten Nachfolger, der schon im nächsten Jahr seine Premiere in Baden-Württemberg feiern soll. Durch eine höhere Datenkompression sollen mehr Sendeplätze zur Verfügung stehen. Der Zuschauer muss sich für DVB-T2 neue Hardware anschaffen und wird damit mal wieder zur Kasse gebeten.
Die genauen technischen Spezifikationen sind noch in der Diskussion und sollen vom weltweiten DVB-Konsortium, genannt DVB Steering Board, erst im nächsten Frühjahr festgelegt werden. Aber schon jetzt sorgt der Nachfolger von DVB-T für heiße Diskussionen. Eine Verbesserung der Signalqualität, kürzere Umschaltzeiten beim beliebten Programm-Zapping und eine Kostensenkung für die Programmveranstalter gehören nach den derzeitigen Planungen zu den wichtigen Vorteilen von DVB-T2.
Inhalt
- Privatsender für das Saarland
- MPEG4 statt MPEG2
- Technik-Schrott
- Gescheiterte Projekte
- RTL plant Testbetrieb
- Radio-Träume
- Überall-Fernsehen für jedermann
Dass sich die kommerziellen TV-Sender schon seit vielen Jahren nicht mehr am digitalen terrestrischen Fernsehen beteiligen, sorgt bei den Landesmedienanstalten und den Zuschauern für betretene Mienen. Das schlagkräftige Argument: Zu hohe Kosten und Aufwand für zu wenig Zuschauer. Nur in einigen Ballungsgebieten, darunter Berlin-Brandenburg, Köln/Bonn, dem Ruhrgebiet, den Großräumen Hamburg sowie Teilen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern konnte sich das Überfallfernsehen attraktiv genug verkaufen, um auch die Führungsetagen der Privatsender nachhaltig zu begeistern.

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DVB-T: Zu hohe Kosten bei zu wenigen Zuschauern
Damit besteht die bis Ende kommenden Jahres angestrebte flächendeckende Versorgung mit DVB-T-Programmen als Synonym für die öffentlich-rechtlichen Programme. In der Regel sind lediglich acht Programme aus dem ARD-Verbund sowie neuerdings fünf Sender im Paket ZDFvision verfügbar und reichen vielen Antennenguckern nicht wirklich aus.
Wie netzwelt bereits berichtete, hatte der ZDFinfokanal erst Ende August aus Anlass der Internationalen Funkausstellung seine digitale terrestrische Verbreitung an Stelle des MHP-Digitextes eingenommen. Einig sind sich die Digitalstrategen unterdessen in dem Punkt, dass etwa zehn Prozent der Bevölkerung aus logistischen Gründen auch langfristig nicht mit digitalen Signalen versorgt werden können.
Erstmals nach langer Unterbrechung haben sich drei Privatsender um Sendeplätze für das im Dezember diesen Jahres startende DVB-T Projekt im Saarland beworben und in diesen Tagen den offiziellen Zuschlag von der Landesmedienanstalt Saarland erhalten. Der Lokalsender Saar TV, der Spielfilm- und Serienkanal Tele 5 und der Shoppingsender QVC sind mit von der Partie, aber die großen Privatsenderfamilien ProSiebenSat.1 und RTL Group haben einmal mehr kein Interesse an einer Mitwirkung.
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