"Umsetzungen von DRM sind eine Beleidigung für Konsumenten"
MPAA: Ohne DRM keine Filmindustrie
Janko Röttgers
Während sich die großen Plattenfirmen Schritt für Schritt an ungeschützte MP3s heranwagen, setzt Hollywood nach wie vor noch voll auf Kopierschutz. Ein Vertreter des Filmwirtschafts-Verbands MPAA erklärte dazu jetzt auf einer Branchenveranstaltung in New York, ohne DRM könnten die Studios das Veröffentlichen neuer Filme gleich ganz aufgeben.
Fritz Attaway, seines Zeichens Vizepräsident der Motion Picture Association of America (MPAA), gab sein Bekenntnis zum Kopierschutz einem Bericht des Branchenmagazins Video Business zufolge auf der Digital Rights Strategies-Konferenz in New York.
Die Konferenz vereinte Vertreter der Urheberrechts-Industrie und DRM-Anbieter in einem Raum, doch davon abgesehen gab es offenbar nur wenig Einigkeit. DRM-Anbieter beklagten sich darüber, dass ihre Technologie falsch eingesetzt werde. So erklärte Intertrust-CEO Talal Shamoon, die meisten Umsetzungen von DRM seien eine Beleidigung für Konsumenten und ihre legitimen Wünsche.
Einige der anwesenden Branchenvertreter hatten offenbar auch ganz persönlich Probleme mit DRM. So wusste Sony-Vizepräsident Brian Lakamp zu berichten, dass er regelmäßig DVDs kopiere, damit seine Kinder nicht die Originale zerkratzen. In den USA ist das Kopieren von DVDs illegal, da dabei der DVD-Kopierschutz CSS umgangen wird.
Kritik gab es schließlich auch an Apple. Die Firma binde ihre Kunden mit einem proprietären DRM-System an die eigenen Produkte, beklagte Lakamp. Ein Resultat dieser Beschränkungen könnte sein, dass Konsumenten in Zukunft komplett einen Bogen um Produkte mit Kopierschutz machen könnten.
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