Spieletest: World in Conflict
Spieletest: World in Conflict
In ständiger Absprache mit virtuellen Vorgesetzten und Kameraden muss der Spieler Gebäude evakuieren, bedrängte Garnisonen entsetzen oder verlorenes Gebiet zurückerobern. Durch die Präsenz von computergesteuerten Verbündeten auf den Schlachtfeldern Amerikas und später jenseits des Atlantiks wird dabei der Eindruck erweckt, als sei man im Kampf nicht auf sich allein gestellt. Der Vorteil des vermeintlichen Teamplays liegt darin, dass sich die Front nicht nur auf die jeweilige Position des Spielers beschränkt, was der Atmosphäre dient. Fast überall auf der Karte zuckt und blitzt es. Krieg, so weit das Auge schaut.
An diesen Stresspegel müssen sich Feldherren, die beim Taktieren gern einmal die Pausentaste drücken, erst gewöhnen. Dann ist das Spielprinzip aber schnell verinnerlicht. Durch das Besetzen von Kontrollpunkten verschanzen sich die auf wenige Fahrzeuge, Hubschrauber oder Infanteristen bestehenden Trupps an strategischen Schlüsselpunkten. Verluste werden kompensiert, indem neues Kriegsgerät eingeflogen wird, das in einem Verstärkungsmenü mit Punkten beglichen wird. Festgelegt werden solche Landezonen auf einer strategischen Karte, die das Schlachtfeld in eine Satellitenperspektive rückt.
Kompliziert ist das nicht. Die Kameraführung funktioniert reibungslos und obwohl fast jede Einheit über individuelle Fähigkeiten verfügt und sich die Infanterie in Gebäude einquartiert lässt, reichen zur Steuerung wenige Klicks - und die können manchmal entscheidend sein. Denn von zentraler Bedeutung sind verheerende Unterstützungsangriffe, die sich, einmal angefordert, erst wieder aufladen müssen und die erforderlichen Taktikpunkte voraussetzen. Wo und wann Artilleriefeuer gebraucht wird oder welcher Wald durch Bombenrodung von der Karte verschwinden soll, darüber sollten sich Hobbykrieger im Klaren sein.
Ein willkürliches Entfesseln solcher Feuersbrünste bringt außer grafischen Genüssen wenig. Im Gegenteil: Einige Missionen sind nur zu gewinnen, wenn mit solchen Vernichtungsschlägen klug umgegangen wird. Zumindest jedoch gilt es ein Gespür dafür zu entwickeln, wie man Koordinaten durch Mausklicks auf der Karte so benennt, dass eine Kanonade trotz sekundenlanger Verzögerung das Ziel erreicht. Das können feindliche Panzer sein, die in bedrohlich großer Zahl auf die eigene Stellung zurollen.


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