10.000 Dollar für das erste Handygespräch
Handy: Bis zu 30 Millionen Dollar für die zweite Mond-Eroberung
Es ist jetzt 35 Jahre her seit mit Eugene Cerman der letzte Mensch seinen Fuß auf den Mond gesetzt hat. Am 14. Dezember 1972 verließ die Apollo 17 den bleichen Himmelskörper und brach zurück zur Erde auf. Nun hat ein neuer Wettlauf um die Erschließung des Mondes eingesetzt: Google sponsert einen Roboterwettlauf, ein Mobilfunkhändler prämiert das erste Telefongespräch vom Mond aus.
Inhaltsverzeichnis
- 1Wettlauf um den Erdsatelliten
- 2Statusobjekt Mond
- 3Förderung der Wissenschaft
Wettlauf um den Erdsatelliten
Der Handyshop "YouNeverCall Inc." hat 10.000 Dollar Preisgeld ausgeschrieben. Bedingung: Man muss das erste Telefongespräch vom Mond zur Erde führen. Damit hängt sich der Anbieter an die Fersen des Suchmaschinenbetreibers Google. Der hatte vor etwa einer Woche verkündet, den Lunar X PRIZE mit 30 Millionen Dollar zu sponsern. Das Geld erhält derjenige, der zuerst einen privat finanzierten Roboter auf den Mond bringt.
"Wir gehen noch einen Schritt weiter", sagt der Marketingchef von YouNeverCall, Sam Michelson. "Die Wissenschaftler herauszufordern, eine Alltagssache auf dem Mond zu erledigen, gibt dem Ganzen noch das gewisse sinnvolle Etwas", so Michelson weiter. Ob die 10.000 Dollar Preisgeld tatsächlich eine ernsthafte Förderung der Wissenschaft oder eher ein PR-Gag sind, sagte er nicht.

Statusobjekt Mond
Einst war die Eroberung des Mondes oberste Technikdemonstration im Kalten Krieg. Ein reales Machbarkeitsexperiment, ein Wettrennen. Es waren schließlich die Amerikaner, die als erstes Fußabdrücke mit ihren NASA-Stiefeln im Mondstaub hinterließen. Das war 1969. Anfang der Siebzigerjahre hat der natürlich Satellit viel seiner Faszination verloren.
Erst jetzt beginnt die Raumfahrt und zivile Wissenschaft sich wieder für die teure Reise zum Mond zu interessieren. US-Präsident Bush hatte letztes Jahr angekündigt, dass die NASA ab 2014 wieder bemannte Flüge zum Mond unternehmen werde. Die gelbe Scheibe am Nachthimmel ist wieder attraktiv geworden.
Förderung der Wissenschaft
Google erhofft sich viel von der zivilen Raumfahrt: "Der X-PRIZE könnte zu wichtigen neuen Entwicklungen in der Weltraumerkundung mit Robotern führen", schreibt Alan Eustace, Chef der Entwicklungsabteilung in Googles Blog. "Außerdem hoffen wir, dass der Wettbewerb zu mehr Interesse an Fächern wie Mathe, Ingenieurswissenschaften und Informatik führt, besonders bei den jungen Leuten, von denen unsere Zukunft abhängt".
Der Wettbewerb Lunar X-PRIZE läuft bis zum 31. Dezember 2014. Das Preisgeld wird aufgeteilt, den größten Anteil bekommt derjenige, der bis zum Ende des Jahres 2012 alle Bedingungen erfüllt. Die Ausschreibung für das erste Handytelefontelefonat gilt bis Januar 2015. Die erste SMS ist dem Händler immerhin noch 500 Dollar wert.

Bis 2020 sollen humanoide Roboter den Mond besiedeln. Das zumindest ist der Plan der japanischen Regierung, die über zwei Milliarden Dollar in das Projekt investieren will.
Der Mond enthält etwa 100 Mal mehr Wasser als bisher angenommen und somit an einigen Stellen über genauso viel Wasser, wie die Erde in ihrem Inneren. Dies konnten Wissenschaftler mit Mond-Proben aus den 70er Jahren nachweisen.
Morgen Abend, 15. Juni, sieht der Mond anders aus als sonst. Er wird rötlich statt grau erscheinen. Der Grund: Eine totale Mondfinsternis steht an. Die Anfänge können dabei von Deutschland aus nicht beobachtet werden.
Auf der erdzugewandten Seite flach, auf der anderen Seite ein Gebirge: Diese Asymmetrie in der Oberflächenstruktur des Mondes könnte einer neuen Theorie zufolge durch einen Zusammenstoß mit einem kleineren Mond entstanden sein.
Bislang wurde angenommen, dass der Mond vor 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist. Neuen Analysen von Gesteinsproben zufolge ist der Erdtrabant aber deutlich jünger.
Pünktlich zum Jahreswechsel haben die NASA-Zwillingssonden Grail-A und Grail-B die Mondumlaufbahn erreicht. Die amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde verspricht sich neue Erkenntnisse über den Mond und auch über unseren eigenen Planeten.




