Den Handyvertrag einfach loswerden?
Verträge online vermitteln
Damit stoßen alle Inserenten auf die gleichen Probleme: Das Angebot an ausstiegswilligen Handykunden ist groß, die Nachfrage nach laufenden Verträgen eher gering. Außerhalb des Freundeskreises ist es schwierig, jemanden zu finden, der einen Vertrag übernehmen würde. Diese Marktlücke haben findige Jungunternehmer aus Baden-Baden entdeckt. Ihre Antwort darauf: das Portal bayanoo.de. Damit ist im Mai 2007 eine Tauschbörse für Handyverträge entstanden.
Wer seinen Vertrag leid ist, kann ihn hier einstellen, wer einen laufenden Vertrag sucht, hat hier viel Auswahl. Zurzeit werden etwa 100 bis 120 Verträge angeboten, erklärt Geschäftsführer Jonas Schmieder auf Anfrage von netzwelt. Er beschreibt, was die Vorteile eines laufenden Vertrages sein können: "Beispielsweise für ausländische Studenten kann so ein Vertrag interessant sein". Denn die Laufzeit ist kurz und die Gebühren sind niedriger als bei einer Prepaid-Karte.

Zusätzlich können die Anbieter die Attraktivität ihres Vertrages erhöhen, indem sie beispielsweise ein Handy dazu geben, das sonst trotz Vertragssubventionierung noch Aufpreis kostet oder sie zahlen für die Übernahme einen Geldbonus. Doch auch auf dem Portal gibt es keine Garantie, den ungeliebten Vertrag auch wirklich loszuwerden. Etwa zehn Verträge seien bislang vermittelt worden, so Jonas Schmieder. Noch ist das Einstellen eines Vertrages auf Bayanoo kostenlos, ab dem 15. Oktober fallen dafür 5,90 Euro an.
Die Notlösung
Falls alle Stricke reißen und weder Auszahlung noch Übernahme des Vertrages funktionieren, gibt es noch einen Notanker. Damit entledigt man sich zwar nicht seines Vertrages, kann aber immerhin die Kosten reduzieren. Denn in den meisten Fällen gehören zu einem Vertrag Freiminuten, Datenpakete oder andere Zusatzoptionen. Diese lohnen sich, solange das Handy oft benutzt wird.
Liegt der Vertrag in der Schublade, verursachen solche Dinge jedoch nur Kosten. Dann lohnt es sich, alle unötigen Optionen abzubestellen und in den Tarif mit der niedrigsten Grundgebühr zu wechseln. Das hilft, den finanziellen Verlust so gering wie möglich zu halten. Anderer Weg: Den Anbieter bitten, den Vertrag für eine bestimmte Zeit auf Eis zu legen. Die Zeit wird zwar nicht von der Laufzeit abgezogen, dafür pausiert während eines Auslandsaufenthaltes aber die Grundgebühr.
Kündigung zwecklos
Was nicht funktioniert: Den Vertrag mit fadenscheinigen Begründungen kündigen zu wollen. "Ich habe mein Handy verloren und kann nicht mehr telefonieren" oder "Bei mir zu Hause habe ich keinen Empfang und möchte kündigen": Das funktioniert nicht. Das Handy selbst ist nur eine Zugabe eine Anbieters und nicht Teil des Vertrages. Auch wird im Kleingedruckten ausdrücklich erwähnt, dass nicht garantiert wird, überall Empfang zu haben.
Auch eine verlorene oder defekte SIM-Karte ist kein Grund, den Vertrag kündigen zu dürfen. Nur dann, wenn der Anbieter die Tarife und Gebühren während der Laufzeit verteuert, dann gibt es ein Sonderkündigungsrecht für den Kunden. Ansonsten muss auf die Kulanz des Providers oder das Glück gehofft werden, einen Gegenpart zu finden, der den eigenen Vertrag übernehmen möchte.
