Spieletest: BioShock
Wasserdichter Spielspaß
Besagte Mädchen, "Little Sisters" genannt, brauchen trotz des gefährlichen Umfelds kein Jugendamt, keine Streetworker. Sie stehen unter dem Schutz schwer atmender Kampfkolosse in eisernen Taucheranzügen, ihren "Big Daddies". Um diesen Mädchen das begehrte ADAM sprichwörtlich zu entreißen - Gutmenschen begnügen sich zum Wohle des Kindes mit einer geringeren Ausbeute -, müssen deren Beschützer zunächst beseitigt werden. Wie das am besten geht, verrät intensives Feindstudium. Mit fortgeschrittener Spieldauer können Spionagekameras die Schwachstellen der unterschiedlichen Gegnertypen aufdecken und Hinweise darauf liefern, welche Munitionsart zur Bekämpfung die effektivste ist.
Dieses Spiel ist mehr als flüchtiger Nervenkitzel. Es ist die in einprägsamen Bildern erzählte Geschichte einer gescheiterten Utopie. Makaber. Schrill. Monströs. Brutal. Das Meisterstück von 2K Games erfindet das Genre nicht neu, fügt dem ewigen Kreislauf aus Schießen und Töten aber interessante Aspekte hinzu. Zu einem besonderen Spiel wird "BioShock" vor allem durch seine bizarre Kulisse, die außergewöhnliche Atmosphäre.
Wo viele Actionspiele mit austauschbarem Design und Effekthascherei auf Einwegunterhaltung geeicht sind, hinterlässt "BioShock" Eindrücke, die über die Spielzeit hinaus wirken. Das allein macht diesen ungewöhnlichen Titel zur Empfehlung. Zum Hit wird die inoffizielle "System Shock"-Fortsetzung letztlich dadurch, dass auch das Spielerische stimmt, auch wenn bei den meisten Gegnern Künstliche Intelligenz nur im Ansatz erkennbar ist.
Schade bloß, dass die Technik in einigen Fällen zum Spielverderber wird. Ein aggressiver Kopierschutz, Kompatibilitätsprobleme sowie ein Autopatcher, der acht Gigabyte Datentransfer nach der Installation mit einer lapidaren Fehlermeldung einfach wegwischt, das alles kann dazu führen, dass dieses aufregende Werk schon vor dem Spielstart an den Nerven zehrt.


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