Tauchfahrt ins Actionglück
Spieletest: BioShock
Michael Dees
Die 3D-Engine auf Basis der Unreal-Technik giert nach Hardware, bringt auf potenten Systemen aber umwerfende Bilder hervor. Die teilweise an den Filmklassiker "Metropolis" erinnernde Szenerie strotzt vor Details, prächtigen Texturen und exzellenten Wassereffekten, die unter Windows Vista von DirectX-10 profitieren. Meisterhaft auch das Zusammenspiel von Licht und Schatten. Oftmals werden "BioShock"-Spieler beim Betreten neuer Szenen zunächst mit gruseligen Silhouetten konfrontiert, so mit Frauengestalten, die sich über Kinderwagen beugen oder mit schemenhaften Leichenschändern.
Damit tiefe Wasser nicht still bleiben, mischt sich in die leider oft wiederkehrenden Sprüche des mörderischen Mobs Tanzmusik aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Verstörend. Dann wieder künden gellende Töne von drohender Gefahr. Tonbandaufzeichnung geben Aufschluss über das Schicksal von Privatpersonen und den Niedergang der Elitegesellschaft; leutselige Werbespots bilden einen Kontrast zu einer in Moder und Chaos versinkenden Welt.
Kein Herz für Kinder
Somit liefert das in Amerika und Australien produzierte Spiel beste Argumente dafür, dass Games auch eine Berechtigung als moderne Kunstform haben. Von Gewaltdarstellungen und drastischen Bildern distanzieren sich die Macher, die früher unter dem Namen Irrational Games firmierten, dabei nicht. Aufgetischt werden Appetitzügler wie entstellte Leichen in Rollstühlen, Bilder von entsetzlich blutenden Gekreuzigten oder fiese Mädchen, die mit einem verzerrten Kinderlied auf den Lippen Genmaterial aus toten Körpern pumpen.
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