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Clipsendungen im TV: Web 2.0 im Fernsehen
Internetfernsehen
So kann der Hobbyregisseur es mit seinem Werk bis ins Fernsehen schaffen, sofern er es denn überhaupt will. Peinlichkeiten, Missgeschicke und Selbstdarstellung, oft auch miteinander vermischt. Oft finden allerdings auch professionelle Filmchen den Weg in das Clipfernsehen der Videoportale. Denn lustige Werbespots aus aller Welt landen über den Umweg des Internets ebenfalls im Fernsehen. Dabei ist das Hochladen von Videos, an denen man kein Urheberrecht besitzt, eigentlich verboten.
Innovatives Konzept - mäßige Umsetzung
Über den Sinn dieser Sendungen kann leidenschaftlich gestritten werden. Denn subjektiv handelt es sich dabei um beliebig moderierte Aneinanderreihungen von belanglosen Videos, für den Sender günstiger Inhalt. Auf der anderen Seite ist dies eine Verschmelzung von Web und TV, wie es sie bislang kaum gab. Nur selten zuvor haben Inhalte aus dem Internet den Weg ins Fernsehen geschafft.
Die Verbindung von TV und Web ist keine Einbahnstraße, auf MyVideo gibt es eine eigene Unterseite für die gleichnamige Show und während der Sendung macht Moderatorin Annika Kipp eine Videobotschaft vom Studiogast, die schließlich wieder im Internet landet. So etwas gab es bislang noch nicht. Zwar gab es vereinzelte Phänomene, wo Persönlichkeiten aus dem Internet den Sprung ins Fernsehen schafften, die enge Verzahnung zwischen Web und TV ist jedoch neu.

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Die MyVideo Show verspricht: "Du bist der neue TV-Star".
(Klick vergrößert.)
Das Web als Karrieresprungbrett?
So entstand die "Andy Milonakis Show" auf MTV, weil der Hobbycomedian durch seine Webclips entdeckt wurde. Lisa Donovan, weiblicher US-Comedian, gelangte durch Sketche als "Lisa Nova" auf YouTube in die Besetzung der Serie "MADtv". Prominentes deutsches Beispiel: Die ehemalige Moderatorin von "Ehrensenf", Katrin Bauerfeind, ist mittlerweile beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen gelandet.
Derartige Hoffnungen dürfen sich die Hauptdarsteller der Ulk-Clips auf MyVideo oder Clipfish nicht machen. Bei ihnen ist das Ende der Fahnenstange mit einem Kurzauftritt in der Sendung des jeweiligen Clipportals erreicht. So durfte "Patrick" in der ersten Ausgabe der MyVideo-Show sein Kunststück aus seinem Video live im Studio vorführen. Seine Disziplin: Den Rand eines 0,5-Liter-Bierglases mit den Lippen umschließen.
15 Minuten Ruhm
Auch beim neuen Clipfish TV bekommen die Hauptdarsteller der ulkigsten Clips ihre 15 Minuten Ruhm: "Die verrücktesten Typen lade ich ins Studio ein und werde ihnen kräftig auf den Zahn fühlen", sagt Matze Knop, Comedian und Moderator der Sendung. Leider fehlt den Internet-Kleinkünstlern im TV-Studio der Charme des Hausgemachten. Unter grellem Scheinwerferlicht wirken die Darbietungen und Kurzauftritte unsicher und irgendwie deplatziert.
Insgesamt vergeben die neuen TV-Konzepte ihre große Chance. Die Möglichkeit, TV und Internet zu einer funktionierenden Symbiose zu verschmelzen, wird durch die billige und minimalistische Umsetzung mit dem plumpen Charme von "America's Funniest Homevideos" verspielt. Möglicherweise schaffen die Sender es in Zukunft, die Inhalte aus dem Netz funktionierend in den Fernseher zu transportieren, wenn sie merken, dass User-Content im Web mehr sein kann als Shakira-Karaoke oder Mini-Stunts im Vorgarten.
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