User-Generated Content für die Glotze
Clipsendungen im TV: Web 2.0 im Fernsehen
Stolpernde Kinder, stürzende Familienväter und missglückte Amateurfilmstunts: Clipsendungen haben Konjunktur. In den Neunzigerjahren charakteristisch für das Privatfernsehen, heute sind sie wieder da. Dazu gesellt sich eine neue Form der Clipsendung: Die TV-Ableger von Videoclipportalen aus dem Internet, MyVideo-Show und Clipfish TV.
Inhaltsverzeichnis
- 1Vom Web ins TV
- 2Günstiger geht es nicht
- 3Pleiten, Pech und Pannen
- 4Innovatives Konzept - mäßige Umsetzung
- 5Das Web als Karrieresprungbrett?
- 615 Minuten Ruhm
Vom Web ins TV
Mit "Clipfish TV" startete jüngst die zweite Sendung, die mit Internetclips auf Sendung geht. RTL folgt damit dem Vorbild der "MyVideo-Show" auf SAT.1, die seit Dezember 2006 läuft. Das Konzept ist so einfach wie ähnlich: ein kleines Studio, ein Moderator oder eine Moderatorin und ein mehr oder minder bekannter Studiogast.
Dies bildet den Rahmen um das, was man im Internet "User-generated Content" nennt. Denn die Videos, die den Kern der Sendung bilden, stammen allesamt von den gleichnamigen Clipportalen. Dort wurden sie von Nutzern hochgeladen. Eine Genehmigung der Nutzer brauchen die Macher dabei nicht: Die Sender sind an den Clipportalen finanziell beteiligt und mit den AGB stimmen die Nutzer einer Verwendung ihrer Inhalte durch Dritte zu.
Günstiger geht es nicht
MyVideo gehört zu 100 Prozent der ProSieben-Tocher SevenOneMedia, ProSieben und SAT.1 gehören ebenfalls zusammen. RTL ist zu 30 Prozent an Clipfish beteiligt. Die enge Verbindung zeigt sich auch daran, dass die Sender ihre Castingshows auf diesen Plattformen vermarkten. So kommen die Sender über Userclips an kostenlose Inhalte. Sendezeit ist teuer, der Werbemarkt längst nicht mehr so gut wie vor einigen Jahren. Einfache und billige Shows wie die Clipsendungen bieten da eine gute Möglichkeit, die Kosten zu reduzieren.

Fusion von Web und TV: Clipfish TV
Gleichzeitig bewirbt solch eine Sendung auch das Portal an sich und wirbt neue Nutzer, die dem Sender dann indirekt weitere Werbeeinnahmen über das Webportal bescheren. Die Hobbyregisseure einiger Clips werden ins Studio eingeladen, wo sie beispielsweise ihre im Video gezeigten Kunststücke noch einmal vorführen können.
Pleiten, Pech und Pannen
Die Inhalte der Clips sind leichte Kost ganz in der Tradition der "Lustigsten Heimvideos" aus den Neunzigern. Jemand fällt vom Fahrrad, singt Karaoke für die Kamera oder übt sich in Kleinstunts à la "Jackass". Der einzige Unterschied: Die Redaktion bedient sich aus einem großen öffentlichen Archiv, statt auf Einsendungen von Zuschauern angewiesen zu sein.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Internetfernsehen hier.

hmmm also da hat jemand aber nicht ganz aufgepasst:-) myvideo gehört ca. zu 30 Prozent zu Prosieben und co., clipfish ist dafür eine RTL Tochter. Zu den TV Shows gibt es zu...