Unverschlüsselte Zugangsdaten zu Regierungs-Mails
Anonymisierungsdienst TOR abgehört
Sicherheit
TOR macht jeden im Internet anonym - sollte man meinen, doch darauf verlassen sich fälschlicherweise viele Nutzer, wie die jüngsten Erkenntnisse zeigen. Ein schwedischer Sicherheitsexperte hat mehrere Austrittsknoten des Netzwerk betrieben und den unverschlüsselten Datenverkehr nach Keywords durchsucht. Ergebnis: Hunderte Regierungs-Accounts.
Der Schwede Dan Egerstad hat in seinem Blog "Deranged Security" gepostet, fünf eigene so genannte Exit-Nodes aus dem TOR-Netzwerk aufgesetzt zu haben. Auf diesen Servern habe er dann Programme installiert, die den unverschlüsselten Datenverkehr analysierten, der über seine Exit-Nodes lief. Was Tor ist und wie es funktioniert, erfahren Sie in einem Hintergrundartikel.
Hierbei beschränkte sich Egerstad auf die beim E-Mail-Verkehr verwendeten Protokolle POP3 und IMAP und beauftragte seinen Keyword-Filter, nach Begriffen wie gov, government, embassy, military, war, terrorism oder passport zu suchen. Auf diese Weise kam er an IP-Adressen, Namen und Passwörter von mehr als hundert internationalen Regierungs-Accounts.
Sicherheitsrisiko TOR-User
Diese veröffentlichte Egerstad im Internet, um auf die problematische Situation rund um Internet-Sicherheit aufmerksam zu machen. Persönliche Informationen tausender Privatleute und großer börsennotierter Firmen behielt er für sich. Die Daten seien schon mehrere Tage in seinem Besitz gewesen; um die Betroffenen zu informieren und ihnen die Chance zu geben, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, habe er bis gestern mit der Veröffentlichung gewartet.
Egerstad betont trotz des massiven Gegenwinds, den er nun von Regierungsseiten bekommt, dass es sich bei seinem Versuch nicht um einen Hack Handle. Das Aufsetzen eigener Austrittsknoten für das TOR-Netzwerk sei für jeden machbar und sämtliche veröffentlichten Informationen seien unverschlüsselt über seine Server gelaufen.
Jetzt sind Sie dran.
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