Das Internet als Tummelplatz für christliche Missionare

Christen unter sich

Der Zirkel der Christenseiten ist ein eigener Mikrokosmos im Netz. Und er ist größer, als man meinen könnte. Etliche private Homepages und Seiten von Organisationen beschäftigen sich den Thesen für und wider der theologischen Theorien. Eines zeichnet die christliche Web-Welt besonders aus: Sie ist selbst-affirmativ - sie bestätigt sich laufend selbst.

Wer viel auf GodTube, conservapedia oder anderen Angeboten surft, erlebt die Welt in erster Line nur aus der christlich-konservativen Perspektive. Wissenschaftliche Theorien wie die viel umstrittene Entstehung der Arten lernen viele Teenager nur aus den einseitigen Perspektive der Kreationisten kennen und das prägt die Weltanschauung, wie die zahlreichen Kommentare der GodTube-Zuschauer zeigen.

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So verbreiten die Anhänger des Kreationismus ihre Ansichten auch innerhalb der wissenschaftlichen Welt. Prominentes Beispiel ist die offene Enzyklopädie Wikipedia. Auch hier stritten sich die Autoren um die Ausrichtung des Artikels über die Evolution. Zwischenzeitlich wurde der entsprechende Artikel in der englischen Ausgabe gar gesperrt, um weitere Veränderungen zu verhindern.

Kritik an der christlichen Lehre

Richard Dawkins ist Evolutionsbiologe und strenger Gegner der Kreationisten. Vom Intelligent Design hält er nichts: "Jede kreative Intelligenz, die ausreichend komplex ist, um irgendetwas zu gestalten, entsteht ausschließlich als Endprodukt eines langen Prozesses der allmählichen Evolution", schreibt Dawkins in seinem neuen Buch. Der Brite begnügt sich nicht damit, die Kreationisten widerlegen zu wollen. Dawkins ist ein leidenschaftlicher Gegner jeder spirituellen Anwandlung.

Das Internet als Tummelplatz für christliche Missionare
Kreationismus-Kritik bei Talk Origins

Die Wissenschaft ist in Erklärungsnöte geraten. Immer mehr Jugendliche vor allem in den USA wachsen mit geistlichen Erklärungen statt wissenschaftlichen Erkenntnissen auf. Die Usenet-Gruppe "Talk Origins" beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Streit über den Ursprung der Arten. Der sonst so emotionale Streit zwischen Religion und Wissenschaft wird hier sachlich ausgetragen. Behauptungen ohne Belege werden nicht gerne gesehen, außerordentich gute Beiträge hingegen auf der Homepage der Newsgroup verewigt.

So ist im Laufe der Jahre eine große Sammlung mit Argumenten gegen die kreationistische Weltsicht entstanden. Das Internet eigenet sich auf Grund seiner interaktiven Ausrichtung bestens für Diskussionen. So werden sich die Wissenschaft und Religion auch weiterhin im Netz streiten.

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