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Fototipp: Makrospotlight
Makromotive gekonnt in Szene setzen

von Tobias Heinze Uhr veröffentlicht

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Makrofotografie begeistert durch vergrößerte Ansichten ganz kleiner Dinge. Gerade bei Insekten eröffnet sich oft eine unbekannte Welt voller interessanter Geschöpfe. Mit der richtigen Beleuchtung erhalten Makrofotos eine zusätzliche Portion Dramatik. Netzwelt über ganz wenig Licht für ganz viel Wirkung.

Makrofotografie begeistert durch vergrößerte Ansichten ganz kleiner Dinge. Gerade bei Insekten eröffnet sich oft eine unbekannte Welt voller interessanter Geschöpfe. Mit der richtigen Beleuchtung erhalten Makrofotos eine zusätzliche Portion Dramatik. Netzwelt über ganz wenig Licht für ganz viel Wirkung.

So kann es später aussehen: ein Motiv sauber ausgeleuchtet und wunderbar vom Hintergrund getrennt. Dieses Bild ist bei Tageslicht entstanden nach der hier beschriebenen Technik.

Was wird benötigt?

Neben ein wenig Bastelgeschick wird für die beschriebene Aufnahmetechnik eine makrotaugliche Digitalkamera mit manueller Kontrolle über Blende, Verschlusszeit und ISO-Empfindlichkeit benötigt. Dazu ist ein entfesselter Blitz oder eine starke Lichtquelle, eine helle Taschenlampe zum Beispiel, nötig. Ein entfesselter Blitz wird entweder ohne oder mit Kabel durch die Kamera gezündet, es gibt viele verschiedene Arten, einen Blitz mit der Kamera zu synchronisieren.

Makro-Spotlight

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...viele zusammen.

Ein Stativ ist auch bei diesem Fototipp wieder Grundvorausetzung für erfolgreiche Ergebnisse. Das Bastelmaterial beschränkt sich auf etwas Klebeband, ein Blatt dunkle lichtdichte Pappe und einen ausgedienten Kugelschreiber. Von dem Kugelschreiber wird nur die Hülle benötigt, die zunächst mit einer kleinen Metallsäge in zwei Teile geschnitten wird. Das Schöne an der Kullihülle ist, dass gleich zwei Aufsätze mit verschiedenem Durchmesser entstehen, die verschiedene Effektstärken bewirken.

Aus der Pappe entsteht mit etwas Klebeband und einer Schere ein passgenauer Aufsatz für den Blitz. Wer eine andere Lichtquelle verwendet, bastelt den Aufsatz entsprechend. Mittig wird ein kleines Loch für die Kugelschreiberhülle gestochen, das mit Klebeband verstärkt deutlich länger hält. Nun gilt es noch die Lücken um das Loch lichtdicht zu versiegeln und fertig ist unser selbstgebauter Lichtformer.

Wie soll das eigentlich funktionieren?

In der Theorie hinter dem ganzen Vorhaben geht es darum, ausschließlich das Motiv zu beleuchten und den Hintergrund so in Dunkelheit verschwinden zu lassen. Dazu ist es wichtig, dass die verwendete Lichtquelle stärker ist als die Umgebungshelligkeit. Es ist also nicht empfehlenswert, bei strahlendem Sonnenschein loszuziehen, um das perfekte Foto mit dieser Technik zu erhaschen. Leichte Bewölkung oder schattige Orte bieten da deutlich bessere Voraussetzungen.

Die offene Blende 5.6 lässt zu viel Umgebungslicht mit in die Belichtung einfließen. In Folge dessen hebt sich das Hauptmotiv nicht wie gewollt stark genug vom Hintergrund ab. Ein Abblenden auf Blende 16 bringt da wesentlich mehr Erfolg und die Blüte ist perfekt auf schwarzem Hintergrund freigestellt.

Die Belichtungseinstellungen werden dann so gewählt, dass das Umgebungslicht keinerlei Einfluss auf das spätere Foto nehmen kann. Starkes Abblenden, das Erhöhen der verwendeten Blende und die Wahl einer niedrigen ISO-Empfindlichkeit - ISO 100 ist meistens ausreichend - sind die ersten Schritte zum Erfolg. Die Verschlusszeit wird entsprechend der kürzesten Blitzsynchronzeit der Kamera gewählt, meistens ist das 1/125 oder 1/250 Sekunde.

Bei der Verwendung eines Automatikblitzes wird die Blitzbelichtung von der Kamera so angepasst, dass eine korrekte Belichtung des Motivs erfolgt. Hier sind also keine weiteren Einstellungen nötig. Wird ein manueller Blitz oder eine andere Lichtquelle verwendet, dann kann nur durch Ausprobieren oder mit einem externen Belichtungsmesser ein passender Blendenwert gefunden werden. Für das Foto wird nun eigentlich nichts weiter getan, als dass das Motiv mit dem Lichtstrahl aus dem Blitz sinnbildlich abgeschossen wird.

Los geht's

Zunächst sollten die richtigen Belichtungseinstellungen durch ein wenig Probieren herausgefunden werden. Als Startwerte helfen vielleicht die Einstellungen aus den Testfotos: Die meisten Bilder entstanden mit 1/250 Sekunde Verschlusszeit bei Blende 16 mit ISO 100 und einer Blitzbelichtungskorrektur von -1. Ist dann das erste Motiv entdeckt, kann das Stativ aufgebaut und die Kamera ausgerichtet werden.

So einfach ist es in Wirklichkeit nicht, wie die Skizze das Thema erläutern möchte. Denn der Lichtstrahl der Lichtquelle hat einen geringen Durchmesser und so muss der Fotograf ein gutes Zielvermögen beweisen, um das Motiv zu treffen.

Die eigentliche Kunst besteht nun darin, das Motiv mit dem kleinen Lichtkegel des entfesselten Blitzes effektvoll zu beleuchten. Dabei bemerkt man ziemlich schnell, dass richtiges Zielen erst einmal gelernt sein will. Nicht wenige Beleuchtungsversuche gehen anfangs noch daneben. Um während des Auslösevorgangs das Motiv zielsicher beleuchten zu können, sollte der Selbstauslöser oder ein Fernauslöser an der Kamera zum Einsatz kommen. Durch verschiedene Beleuchtungswinkel und -richtungen entstehen unterschiedliche Bildstimmungen, weshalb es Sinn macht, viele Varianten zu testen.

Makro-Spotlight

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In der Praxis zeigt sich schnell, dass das Makro-Spotlight eine sehr aufwändige Art der Makro-Fotografie ist. Schnelle Ortswechsel oder das Fotografieren von Motiven in Bewegung sind aufgrund der Ausrüstungsfülle nicht wirklich möglich. Dafür lässt sich jedoch wunderbar Atmosphäre kreieren, wo in Wirklichkeit kaum Stimmung vorhanden war. Der Schlüssel zum Erfolg ist ausgiebiges Probieren mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen, aber auch mit verschiedenen Strahldurchmessern für die Beleuchtung. Grundsätzlich gilt: Je kleiner das Motiv, desto schmaler sollte der Strahl für maximale Effektstärke gewählt werden.

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Kommentare zu diesem Artikel

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  • eos99 schrieb Uhr
    AW: News - Fototipp: Makrospotlight

    Hier mal ein paar der Bilder in voller Auflösung. Es ist manchmal gar nicht so leicht, das Motiv mit dem Lichtstrahl zu treffen. Naja aber Übung macht den Meister ;) Viel Spaß beim Experimentieren.. und wer`s mal ausprobiert hat, kann ja gern mal Ergebnisse posten... Grüße eos :D

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http://www.netzwelt.de/news/76133-fototipp-makrospotlight.html
2007-09-15 10:25:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/intext1-1189511518.jpg
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