Überallfernsehen gewinnt an Fahrt
DVB-T Radio führt Schattendasein
Die dann noch nicht versorgten Gebiete in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sollen möglichst bis Ende 2008 folgen. Durch die schwierige topografische Lage, vor allem in Baden-Württemberg, sind Verzögerungen aber weiterhin nicht ausgeschlossen. Zudem werden einige Landstriche langfristig außen vor bleiben, wenn es um die DVB-T Versorgung geht.
Auf wenig Begeisterung stößt das DVB-T Radioprojekt in Berlin-Brandenburg. Seit nunmehr zwei Jahren werden öffentlich-rechtliche und private Anbieter im Rahmen eines Pilotprojektes auf Kanal 59 ausgestrahlt, immer pünktlich zur IFA ändert sich die Zusammensetzung. Auch in diesem Jahr mussten wieder Abschaltungen vermeldet werden. Hit-Radio FFH, ERF Radio, Radio Wilantis sowie die beiden RBB-Wellen Kulturradio und Inforadio wurden zum 1. September abgeschaltet, die Verträge nicht mehr verlängert.
Umso kurioser mutet der Zustand an, dass der Westdeutsche Rundfunk unverändert WDR2 und WDR5 in der Hauptstadt drahtlos ausstrahlt, aber der ortsansässige Rundfunk Berlin-Brandenburg seine Beteilung nach zwei Jahren aufgegeben hat. Unverändert auf Sendung bleiben die beiden Nachrichtensender euroNews und n-tv. Dafür glänzt das Radiopaket mit einem Novum: Vier in Conax verschlüsselte Hörbuch-Kanäle werden rund um die Uhr ausgestrahlt. Allerdings gibt es bislang kein Zahlenmaterial über die tatsächliche Anzahl der Abonnenten. Nach Angaben der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) gibt es derzeit keine Bewerber für die frei gewordenen Kapazitäten.
Ausblick
Bis Ende des Jahres sollen etwa 80 Prozent, bis Ende kommenden Jahres mindestens 90 Prozent aller Haushalte DVB-T empfangen können. Ein grundsätzliches Problem wird aber alle neu hinzukommenden Regionen beherrschen. Aus wirtschaftlicher Sicht ist für die kommerziellen Programmveranstalter DVB-T uninteressant. Einer relativ kleinen Zuschauergruppe stehen zu hohe Kosten gegenüber. In der sächsischen Metropole Leipzig wurde unabhängig von der Telekom-Tochter T-Systems eine Sendeanlage aufgebaut, die für regionale Programme eingesetzt werden soll.
Aber auch für dieses Projekt konnten sich die großen Senderfamilien bislang nicht begeistern. Gerade für den mobilen Empfang im Auto, auf dem Campingplatz oder im Ferienhaus ist das Überallfernsehen mit Sicherheit eine Alternative, jedoch sollte man sich im Klaren darüber sein, dass private TV-Sender nur wenigen Ballungsgebieten vorbehalten bleiben werden. Dazu zählen neben Berlin auch die Großräume Köln/Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und München.

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