Erster Player für 180 Euro
DVD-Nachfolger: HD-VMD als günstige HD-Alternative
Manuel Masiero
Auf der diesjährigen IFA haben die HD-DVD- und Blu-ray-Fraktionen einmal mehr die Vorzüge ihrer zueinander inkompatiblen Formate gepriesen. Nun bekommen sie mit HD-VMD Konkurrenz: Player dieses HD-Formats sollen durch niedrige Preise überzeugen - doch die Platzhirsche bieten ihre Produkte schon fast ebenso günstig an.
Nur rund 180 Euro soll der HD-VMD-Player ML622S kosten, der im vierten Quartal neben Frankreich auch in Australien, Indien, Island, Polen und Skandinavien erhältlich sein soll. Neben zahlreichen Bollywood-Streifen kann HD-VMD inzwischen die ein oder andere Hollywood-Produktion wie "Apocalypto" oder "Lord of War" für sich verbuchen.

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Roter statt blauer Laser: Einer der ersten HD-VMD-Player ist der NME ML622S.
Das vom englischen Hersteller NME entwickelte Format deckt sich in vielerlei Hinsicht mit seinen bekannten Konkurrenten: Es besitzt den gleichen Formfaktor wie die DVD und unterstützt HD-Auflösungen bis 1080i/p. Doch andres als die Blu-ray-Disk und die HD-DVD wird die HD-VMD nicht mit einem blauvioletten Laserstrahl (405 Nanometer) abgetastet, sondern setzt auf eine weiterentwickelte Variante des bei CD und DVD eingesetzten roten Lasers (650 Nanometer). Das macht die Produktion laut Hersteller günstiger.
Eine HD-VMD legt ihre Filmdaten auf bis zu 20 Schichten, so genannten Layern ab, von denen jede fünf Gigabyte fasst. Damit ein High-Definition-Film auf so ein Medium passt, bieten die ersten Versionen der HD-VMDs mit vier Schichten 20 Gigabyte Speicherplatz - später sollen es mit zehn Layern je Disk-Seite bis zu 100 Gigabyte werden. Neben 1080i/p-Videos unterstützt HD-VMD auch Videoformate wie MPEG-2, MPEG-4 (DivX, XviD), H.264 und VC-1. Abspielgeräte sind laut NME abwärtskompatibel zu CDs und DVDs und lesen mit der EVD auch das chinesische DVD-Pendant.
Preislich bald keine Alternative mehr
Trotz günstiger Preise und interessantem Konzept ist es fraglich, ob sich die HD-VMD etablieren kann. Hierzulande soll das Format ohnehin erst 2008 erscheinen. Und bis dahin sind die Blu-ray- und HD-DVD noch einmal ein ganzes Stück preiswerter als sie es jetzt teilweise schon sind. Beispielsweise gibt es den auf der IFA vorgestellten Toshiba-HD-DVD-Player HD-A3 schon für 300 Euro.
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