Plattform für Drittentwickler offen
Joost startet Fernseh-Widgets
Janko Röttgers
Der P2P-TV-Anbieter Joost hat damit begonnen, seine Plattform für externe Entwickler zu öffnen. Programmierer können ab sofort Widgets entwickeln, mit denen Nutzer dann den Joost-Client erweitern können.
Widgets - kleine Programmelemente, die in kompakter Form Informationen darstellen - sind in der Web-Welt in erster Linie von Startseiten wie Netvibes oder Pageflakes bekannt. Google bietet zudem zahlreiche Widgets für die eigene Website an. Damit lassen sich zum Beispiel Wetterbericht-Widgets oder auch kleine Chat-Fenster ins eigene Blog oder Myspace-Profil integrieren.
Joost will die Idee der Widgets nun auch unter Fernsehfans populär machen. Joost-Betatester können bereits seit langem auf eine Hand voll von Widgets zugreifen, mit denen sich die Funktionalität des Programms erweitern lässt. So gibt es unter anderem ein Widget, mit dem Nutzer des gleichen Channels miteinander chatten können. Ein anderes Widget bietet einen rudimentären RSS-Reader, um stets aktuelle Schlagzeilen im Blick zu haben.
Schnittstelle für Programmierer
Nun will Joost sein Widget-Angebot deutlich erweitern - ein Schritt, für den man auf die Mithilfe von Fans und Tüftlern setzt. Die Firma kündigte dazu diese Woche eher versteckt in ihrem Forum an, dass Entwickler ab sofort Zugriff auf die API-Programmierschnittstelle des Clients haben. Eine rudimentäre Kenntnis von XML, HTML und Javascript reicht aus, um für Joost eigene Widgets zu erstellen.
Was mit der API möglich ist, zeigen einige bereits jetzt verfügbare Beispiel-Widgets im Entwickerbereich der Joost-Website. Dort gibt es unter anderem einen Wikipedia-Reader und ein Widget, das vergleichbare Programme zur derzeit laufenden Sendung anzeigt.
Sprungmarken in Sendungen setzen
Ebenfalls bereits erhältlich ist ein Widget, dass das Setzen von Bookmarks innerhalb einer beliebigen Joost-Show ermöglicht. Nutzer können damit zum Beispiel eine Szene innerhalb einer Action-Show bookmarken und diese mit einer Beschreibung wie "tolle Verfolgungsjagd" beschriften. Später können sie mit einem Klick direkt zu dieser Szene springen.
Widgets wie diese geben uns auch eine Vorstellung davon, welche Features Joost in Zukunft einmal haben wird. Denkbar wäre zum Beispiel, dies um eine soziale Funktion zu erweitern. Dann könnten sich Nutzer gegenseitig Tipps und Playlisten für einzelne Film- und Serien-Szenen zuschicken und so über kurz oder lang eine ganz neue Form des Fernsehkonsums entwickeln. Anstatt Sendungen von vorn bis hinten zu schauen, würden sie einfach zu den von ihren Freunden gefundenen Highlights springen.
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