Entscheidungsschlacht beim Computer-Kauf
Verkehrte Netzwelt: Notebook und PC im Zwiespalt
Benjamin Schnitzler
Wohl dem, der Entscheidungen treffen kann, ohne darüber nachzudenken, haarklein das Für und Wider abzuwägen oder gar Zweifel aufkommen zu lassen. Leider zähle ich nicht zu dieser Spezies, zumindest was Computer-Hardware angeht. Schon bei der geplanten Anschaffung einer neuen Maus verstricke ich mich in tagelange Grübelei, welche denn nun die richtige für mich ist. Doch was würde erst passieren, wenn ich mich zwischen einem neuem Notebook oder PC entscheiden müsste? Eines steht fest: Sisyphus wäre bestimmt stolz auf mich.
Aller Anfang ist harmlos, so wie auch in diesem Fall. Meine finanziellen Möglichkeiten fest im Blick, habe ich bereits mein Budget abgesteckt, das ich in den neuen Rechner investieren möchte. Als anspruchsoller Anwender lande ich schnell bei einem hohen vierstelligen Euro-Betrag mit einer Eins vorneweg. Schließlich möchte ich mehr als nur drei Dinge auf einmal: spielen, fernsehen, in jeder Situation schnell unterwegs und für die Zukunft gerüstet sein.
Preisfrage
Es könnte so einfach sein: Gleich einen PC und ein Notebook kaufen und glücklich sein. Doch ein Lotteriegewinn oder baldiges Ableben reicher Bekannter oder Verwandter, die mich freiwillig beerben würden, steht nicht in Aussicht. Statt "beides" heißt es also wohl oder übel "entweder oder". Schnell wird klar, dass der nächste Urlaub nach dem Notebook-Kauf statt für drei Wochen auf die Malediven allenfalls für ein Wochenende an die Ostsee gehen würde.
1:0 für den PC, denn der würde bei vergleichbarer Performance gerade einmal halb so viel kosten wie ein leistungsstarkes Notebook. Zumal die Aufrüstung des stationären Rechners einer günstigen Organspende gleichkäme, da Computergehäuse und periphere Begleiterscheinungen wie Flachbildschirm, Tastatur und Maus schon zu Hause auf dem Schreibtisch stehen.
Mobil sein oder nicht sein
Der Gedanke zum enormen Sparpotenzial des PCs ist nicht einmal zu Ende gedacht, schon holt das Notebook zum Ausgleichstreffer aus. "Ich kann immer bei dir sein", scheint mir ein personifizierter Laptop zu soufflieren, der seinen auf- und zuklappenden Deckel einsetzt wie ein Mensch seine Lippen beim Sprechen. Und obwohl Computer eigentlich gar nicht reden können, glaube ich ihm.
Mit einem Notebook könnte ich ein ähnliches Gefühl von Freiheit verspüren wie damals nach dem bestandenen Motorradführerschein, als ich zum ersten Mal beherzt am Gasgriff meines eigenen Zweirads drehte. Ich wäre nicht auf meinen heimischen Schreibtisch angewiesen und könnte meinen hochtechnisierten Begleiter überall hin mitnehmen - aufs Sofa oder in die Küche, um beim Kochen gleichzeitig meine E-Mails zu checken, zu Freunden oder in Bus und Bahn.
Image ist alles
Nachdem sich das fiktive Notebook, das scheinbar nur ich allein in meiner verzweifelten Qual der Wahl sehen kann, erst einmal warmgeredet hat, kontert es mit dem nächsten Pluspunkt. Ein glatter Schuss mitten ins Herz. Denn als bekennender Elektronik-Ästhet stehe ich nunmal auf stylisches Design und optische Reize. Und davon bietet ein Notebook nunmal mehr als ein klobiger PC.
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Guden Tach Herr Schnitzler,
bei allem Verständnis für ihre gespielte "verzweifelte Lage", aber sie neigen mit ihrer inszenierten "Klage" über das Überangebot sowie die Anhäufung zweifelhafter Sub-Optionen stark zur Übertreibung. Sie machen sich lustig über diejenigen, die durch nachvollziehbare Orientierungslosigkeit und fehlende Entschlusskraft bei Kaufentscheidungen auffallen, also eigentlich uns alle, die wir die endlosen Featurelisten und Weiterentwicklungsmöglichkeiten kaum mehr überblicken können, aber dennoch ständig von allen Seiten darauf gestoßen werden, "weil man sie gefälligst mitzunehmen hat", so man Kaufentscheidungen für Dritte, Freunde, Verwandte, den Chef die Ex-Freundin und alle Beteiligten sichtbar "richtig, verständlich und plausibel auflösen möchte". Sobald man sich aber ernsthaft mit solchen Listen und Sub-Optionen auseinandersetzt, verliert man fast zwangsläufig die eigenen Bedürfnisse aus den Augen. Man macht zu oft das Tapetenmuster des Kinderzimmers zu einem Thema, während man noch den ersten Knutsch vor sich hat. Einem/r Jugendlichen kann man diese Voreiligkeit noch verständlich machen, für Hardware-Käufer sind solche Überlegungen aber nur Zeitverschendung.
"Haarklein das Für und Wider abzuwägen" klingt schlicht albern, fast schon melodramatisch als wollten sie irgendjemanden gerecht werden, aber eigentlich wollten sie sich doch auf die Suche nach einem Produkt begeben, welches zu ihren Bedürfnissen passt. Letzteres erfordert ordentliche und bezahlte Beratung um eine ebenso ernsthafte Lösung zusammenzustellen. Die wenigsten wollen dies bezahlen, also wird diese auch nicht mehr seitens der Händler angeboten, Fertig. Der Mainstream- oder besser Consumer-Markt wird, kann und will dem was sie so anklingen lassen (ohne konkret zu werden) jedenfalls kaum folgen wollen, weil Stückzahl und Abverkauf gefragt sind, Stückzahl kriegt man aber nur hin, wenn man uniforme Bedürfnisse bedient oder wie Apple über Werbung den Verbraucher passend auf die eigenen Produkte konditioniert.
Würden Sie wirklich wissen was sie brauchen, so wäre es doch ein leichtes für Sie über ein Beratungsgespräch eine passende Hardware zu finden. Gebrauchtes und Auslaufgeräte bekannter Markenhersteller genügen sicher völlig, denn ihnen ist ganz sicher nicht mit einer schnelleren aber nutzloseren HighEnd-CPU, welche "noch schneller" auf ihre Benutzereingaben warten muss, gedient.
Lösen sie sich doch bitte erst einmal von dem Gedanken, ihnen ginge etwas ab, wenn sie nicht jedem windigen Schlagwort Folge leisten und konzentrieren sie sich auf ihre Bedürfnisse. Auch sollten sie sich von dem Gedanken lösen, jedem Trend und jeder Suboption zu ihrem Vorteil folgen zu wollen oder gar zu müssen, eben jenen die man "fürs selbe Geld mal eben mitnehmen kann".
Sie machen sich dadurch unabhängiger und können ohne Druck einem "Survival of the Fittest" entgehen, der durch die vielen Google-Linkfarmen und kaum miteinander vereinbaren "Testberichte" entsteht. hierdurch entgehen sie einem Wettbewerb den sie gar nicht bestehen können, weil er nur imaginär existiert.
Ich gehe davon aus, dass sie mit einemk preiswerten aber bewährtem und ausgetestetem XP-Notebook Auslaufmodell vom Jahresanfang 2007 und einem preiswerten Desktop-Rechner für max. 500 Euro mit einem kleinen DualCore-Basis sowie 1GB Arbeitspeicher bestens bedient wären.
Gruß
Da hat wohl Jemand den Sinn der "verkehrten Netzwelt" nicht verstanden.
Die "verkehrte Netzwelt" ist eine Kolumne, die oft, eigentlich immer, nicht ernst gemeint ist und auch nicht ernst genommen werden sollte.
Gruß
Spooner
Zitat:
Verstanden schon (also jetzt nach Deinem Hinweis), aber beim Antwort Schreiben schlicht übersehen, dass der Beitrag unter "verdrehter Netzwelt" steht, außerdem hat mein Ironie-Detektor wohl an einigen Stellen gestern nicht angeschlagen, obwohl selbst "doppelt verdreht" liests sichs gar nicht mal, dass man den Beitrag nun in die Tonne klopfen müsste. :-)
Bin halt nur selten hier, hier bewegt sich ja nun gegenüber "alten Zeiten" auch sehr viel weniger.
:rofl:Ja so kann es gehen:rofl:
Zitat:
Naja, es war ja auch schon spät ;)
Zitat:
Wie meinst Du das? Im Forum selber (kann ich nicht bestätigen) oder das Kommentieren der Artikel (geb ich Dir Recht)?
Gruß Spooner
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