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21.08.2007
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Umstrittene MP3-Webseite arbeitet an Comeback

Allofmp3 ist wieder da

Janko Röttgers

Allofmp3 ist wieder da

Der umstrittene russische Download-Dienst Allofmp3.com ist nach einer Schließung Anfang Juli wieder im Netz präsent. Unter einer neuen russischen Domain kündigt die Firma an, bald auch wieder Bestellungen anzunehmen. Unterdessen erhielt der ehemalige Allofmp3-Chef einen Freispruch vor einem Moskauer Gericht.

Anfang Juli machten die russischen Behörden ernst. Der lange Jahre von westlichen Urhebern bekämpfte russische Download-Shop war über Nacht aus dem Netz verschwunden, die Webseite mitsamt ihrer billigen MP3-Downloads nicht mehr erreichbar. Die Musikindustrie feierte diese Schließung als Erfolg im Kampf gegen Online-Piraterie. IFPI-Präsident John Kennedy verkündete dazu gegenüber Reportern: "Dies ist das Ende von Allofmp3.com."

Mitte August verzeichnete die Musikindustrie dann jedoch eine empfindliche Schlappe. Ein Moskauer Gericht befand, dass es nicht genug Beweise gebe, um den ehemaligen Allofmp3-Chef Denis Klravsos für die Verletzung von Urheberrechten zu verurteilen.

Katz- und Maus-Spiel

Bei Allofmp3.com versteht man dies offenbar als Freibrief für das eigene Business-Modell. Wenige Tage nach dem Urteil begann man damit, die alte Web-Adresse Allofmp3.com zur neuen Domain Allofmp3.ru umzuleiten. Dort heißt es seitdem, dass man an einem Relaunch arbeite: "Der Dienst wird in absehbarer Zeit wieder in Betrieb genommen. Wir bemühen uns derzeit mit allen Kräften darum, dass all unsere Nutzer auf ihre Accounts zugreifen, Geld einzahlen und Musik kaufen können." Bisher ist der Musik-Katalog noch nicht zugänglich. Stattdessen bietet man Nutzern lediglich Zugriff auf die Blogs und Musikbesprechungen des Angebots.

Der Wechsel zu einer russischen Domain dürfte Allofmp3-Kenner kaum überraschen. Die Betreiber des Angebots liefern sich bereits seit langem ein Katz- und Maus-Spiel mit der Musikindustrie. So startete man im Frühjahr eine Webseite namens MP3sparks.com, die Nutzern mit einem verblüffend ähnlichen Layout die gleichen Inhalte bietet.

Den Plattenfirmen sind Allofmp3.com und ähnliche russische Webseiten ein Dorn im Auge, da sie keine Verträge für den Verkauf von Musik-Downloads besitzen. Allofmp3.com beruft sich darauf, dass man Nutzungsgebühren an die russische Verwertungsgesellschaft ROMS abführe. Nach russischem Recht reichten derartige Gebühren lange Zeit aus, um Musik im Netz anzubieten. Vor rund einem Jahr wurden die dortigen Gesetze jedoch an westliche Standards angeglichen.


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News Flash, am 22.11.2008 21:26

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