Spielen in drei Dimensionen
Games Convention: 3D-Flachbildschirm von Spatial View
Benjamin Schnitzler
Vom 23. bis zum 26. August öffnet die Games Convention in Leipzig ihre Pforten. Verspielte finden hier nicht nur die neuesten PC- und Konsolen-Games, sondern auch die passende Hardware zum Zocken. In Zusammenarbeit mit kanadischen und deutschen Unternehmen holt NEC die Spiele sozusagen aus dem Monitor heraus - in Form eines Flachbildschirms, der den Augen die dritte Dimension vorgaukelt.
Spätestens seit realistisch wirkende 3D-Welten Thema von Film und Fernsehen wurden, besteht der Drang, aus den zweidimensionalen Grenzen eines Computer- und TV-Bildschirms auszubrechen. Zunächst wurde dafür auf so genannte Shutter-Brillen mit kleinen, eingebauten Displays gesetzt. Um Flimmern zu vermeiden und sich auf Dauer nicht die Augen zu verderben, war zu dieser Zeit aber noch ein leistungsstarker Röhrenmonitor notwendig.

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3D-Flachbildschirm auf Basis eines Gamer-LCDs
Gamer-LCD als Grundlage
Später gingen die Hersteller dazu über, 3D-Effekte ohne Hilfsmittel allein vom Bildschirm erzeugen zu lassen. Bereits 2004 kamen entsprechende Geräte von X3D Technologies und Sharp auf den Markt, im nächsten Jahr präsentierte neben Toshiba auch das Fraunhofer Institut eine eigene Lösung. Insofern ist die Produktpräsentation auf der diesjährigen Games Convention kein absolutes Novum mehr. Allerdings wurden mittlerweile die Preise korrigiert - und zwar nach unten.
Vor etwa drei Jahren kostete ein 3D-Flachbildschirm mit einer Diagonalen von 19 Zoll, entwickelt von X3D Technologies beispielsweise, noch mehr als 2.000 Euro. Das Modell, das auf der Spielemesse vorgestellt wird, soll aber nur noch 999 Euro kosten. Nach wie vor ein happiger Preis, aber immerhin eine positive Entwicklung. Die Grundlage bildet ein reaktionsschneller Gaming-Flachbildschirm aus dem Hause NEC, der MultiSync LCD90GX2.
Kostspieliges Schnäppchen
Die kanadischen 3D-Spezialisten von Spatial View liefern die dazu passende Technik. Dazu gehört auch eine eigens angefertigte Software, die wiederum vom deutschen Unternehmen VisuMotion aus Jena entwickelt wurde. Beim Spatial View-Gerät mit der Bezeichnung "MU 1913" sollen sogar mehrere Betrachter gleichzeitig die 3D-Effekte wahrnehmen können. Der optimale Betrachtungsabstand beim aktuellen Modell beträgt nur noch 70 statt 150 Zentimeter.
Gemäß der aktuellen Preisliste von Spatial View kostet der MU 1913 noch 500 Euro mehr und vorerst kommen nur Messebesucher an die günstigere "Gaming Edition". Mit 999 Euro zählt das Gerät aber noch zu den günstigeren 3D-Flachbilschirmen. Ein 21-Zoll-Gerät auf Basis des Eizo FlexScan S2100 etwa schlägt gleich mit 4.500 Euro zu Buche. Ein weiterer Wermutstropfen sind allerdings auch die hohen Systemanforderungen.
Für den 19-Zöller, besser gesagt die Software zur Erzeugung der 3D-Effekte, empfiehlt der Hersteller mindestens einen Pentium 4 mit drei Gigahertz, ein Gigabyte Arbeitsspeicher und eine DirectX-9-Grafikkarte mit 256 Megabyte. Das dürfte bei einem leistungsstarken Gaming-PC aber ein eher geringeres Problem darstellen. Auf der Games Convention wird der Monitor in Halle 4 bei den Ständen F22 (Speed-Link) und F31 (Freaks4U) ausgestellt.
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