MP3s vom Tauschbörsen-Betreiber
Limewire plant Download-Shop
Janko Röttgers
Der P2P-Anbieter LimeWire hat jetzt angekündigt, bald einen Download-Shop für MP3s zu eröffnen. Limewire kooperiert dazu mit zahlreichen Indie-Bands. Der Rechtsstreit mit den großen Plattenfirmen geht unterdessen unvermindert weiter.
Limewire ist unter Tauschbörsen-Nutzern als eines der dienstältesten und innovativsten Gnutella-Programme bekannt. Nun will sich die Firma auch als Online-Musikanbieter einen Namen machen. Limewire will dazu einen Web-basierten Download-Shop starten, der Kunden Musik im kopierschutzfreien MP3-Format anbietet.
Die Plattform soll neben einzelnen Songs und Alben auch ein Abo-Paket anbieten. Kunden werden vermutlich wie beim Konkurrenten Emusic eine bestimmte Anzahl von MP3s zum monatlichen Festpreis bekommen. Die Musik für den Shop stammt unter anderem vom kanadischen Nettwerk-Label, das beispielsweise Musik von Sarah McLachlan und Paul van Dyk vertreibt.
Langfristig will Limewire den Shop auch in seine P2P-Software einbinden. So sollen Nutzer Links zum Download-Shop präsentiert bekommen, wenn sie nach relevanten Musikern oder Songtiteln suchen.
Keine Musik von den Majors
Musik der großen Plattenfirmen wird es allerdings so bald nicht im Limewire-Shop geben - und das, obwohl EMI, Universal und Warner Music mittlerweile selbst mit ungeschützten MP3-Downloads experimentieren. Grund dafür ist, dass sich Limewire im Rechtsstreit mit den Majors befindet.
Der Tauschbörsen-Anbieter war vor rund einem Jahr von den großen Plattenfirmen verklagt worden. Im September regierte die Firma dann mit einer Gegenklage. Limewire warf den Musikkonzernen darin vor, den Online-Musikmarkt monopolisieren zu wollen.
Der jetzt angekündigte Download-Shop erfüllt damit für den Tauschbörsen-Anbieter eine doppelte Funktion: Neben zusätzlichen Einnahmen aus dem Download-Geschäft schafft sich Limewire damit auch einen lebendigen Beweis dafür, dass die Majors nicht mit der Firma kooperieren wollen.
Druckversion | Links zum Thema | Kommentare
-
Limewire: Music Store verkauft MP3s ohne DRM
Online-Musikshop der ehemaligen Filesharing-Hochburg -
Limewire zu Labels: "Nehmt 40 Prozent und seid lieb"
P2P-Client beteiligt Künstler an neuem Werbemodell -
Freeware-Download: LimeWire
Version 4.15.2: Neu im Software-Archiv von netzwelt
Mehr über: Filesharing, Limewire, Online-Musikdienst, Audio
Links zum Thema
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
Limewire plant Download-Shop von netzwelt.de steht unter einer Creative Commons-Lizenz. Sie dürfen die Texte für nicht-kommerzielle Zwecke nutzen, bei Angabe und Verlinkung der Quelle "netzwelt.de".
Klicken Sie hier für weitere Informationen
nach oben









