Im Test: NAS-Laufwerk Torrent Leecher
Funk und Sicherheit
Der Absturz
Zu einem erfolgreichen Download hat es das erste Testmuster jedoch nicht gebracht: Nach etwa drei Stunden Betriebszeit quittierte es seinen Dienst und beschränkte sich auf rhythmisches blinken einiger LEDs. Daran konnten selbst Neustarts, das versuchte Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen, eine ausgewechselte Festplatte sowie eine Nacht ohne Strom nichts ändern.
"Das Gerät verkauft sich extrem gut. Bisher hatten wir noch keine Rückläufer", wundert sich Heiko Loy von der Pearl-Pressestelle. "Aber irgendwann musste das ja mal passieren." Prompt schickte Pearl ein neues Gerät, mit dem der Test wieder aufgenommen werden konnte.
Beim zweiten Gerät störten lediglich ein paar Firmware-Fehler: Mehr als vier Downloads kann zumindest die Weboberfläche nicht anzeigen. Schaltflächen zum Umblättern zwischen mehreren Seiten existieren zwar ab dem fünften Download in der Schlange, lassen sich aber in keinem Browser benutzen. Bei der WLAN-Konfiguration liefert das MGB111 dem Opera-Browser ab dem Menüpunkt für die Verschlüsselungsmöglichkeiten keine Daten mehr, Firefox und Internet Explorer dagegen schon.
Der Betrieb im Wireless LAN stellt für das MGB111 keine Hürde dar. Im Gegenteil: Das WLAN-Modul lässt sich sowohl als Basis eines Funknetzwerks betreiben (Access Point) als auch im Client-Modus, in dem es an einen bestehenden AP angeschlossen wird. Im so genannten WDS-Hybrid-Modus arbeitet das Gerät weiterhin als Access-Point, während es sich mit einem anderen AP verbindet.
Das Funknetzwerk kann mit allen gängigen Verschlüsselungsarten von WEP bis WPA2 abgesichert werden. Erhält das MGB111 die Zugangsdaten eines Radiusservers, kann er diesen zum Benutzerdatenabgleich heranziehen. Während bei WLAN und SMB-Zugriffssteuerung keine Sicherheitslücken auffallen, sieht es beim File-Transfer-Protokoll (FTP) nicht so gut aus.
Ohne Passwort erhält der FTP-Nutzer "Nobody" Zugriff auf einen Teil des Flash-Speichers. Viel kann er dort zwar nicht verändern, beunruhigend ist diese Lücke aber schon. Bleibt zu hoffen, dass die Firewall des Routers dem MGB111 ausreichend Schutz bietet.
Fazit: Kleiner Hürdenlauf
Auf den ersten Blick macht das MGB111 einen guten Eindruck, der auch während der Einrichtungsphase bestehen bleibt: schlicht, leise und funktionell. Preis und Funktionalität stimmen, Fibrionics - beziehungsweise Amit oder Pearl - scheint am richtigen Ende gespart zu haben. Mit dem Absturz war dieser Eindruck zwar erst einmal verflogen, doch das zweite Gerät konnte im zweitägigen Dauerbetrieb dann doch Stabilität unter Beweis stellen.
Preislich ist das MGB111 "Torrent Leecher" die erste Wahl unter den bisher getesteten NAS-Laufwerken. Verglichen mit dem in der gleichen Preisklasse liegenden Longshine LCS-8220 ist seine Ausstattung wesentlich besser. Ähnliche USB-Funktionen bieten noch Freecom Storage Gateway WLAN und Asus WL-700gE. Diese Geräte eignen sich zusätzlich noch als Druckerserver, sind mit integrierter Festplatte und Router-Funktionalität aber mindestens doppelt so teuer. Über einen BitTorrent-Client verfügen LCS-8220 und WL-700gE ebenfalls.
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