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Fototipp: Bewegung ins Bild bringen
Rasant und mitreißend fotografieren

von Tobias Heinze Uhr veröffentlicht

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Viele Sportarten begeistern durch ihre Geschwindigkeit, die die bewegte Berichterstattung im Fernsehen wunderbar vermitteln kann. Die Fotografie vermag dagegen nur einen kurzen Moment einer Szene zeigen und vor allem herrscht in einem Bild naturgemäß Stillstand. Wie trotzdem Bewegung und Action in ein Foto kommen, lernen Sie mit netzwelt in diesem Artikel.

Viele Sportarten begeistern durch ihre Geschwindigkeit, die die bewegte Berichterstattung im Fernsehen wunderbar vermitteln kann. Die Fotografie vermag dagegen nur einen kurzen Moment einer Szene zeigen und vor allem herrscht in einem Bild naturgemäß Stillstand. Wie trotzdem Bewegung und Action in ein Foto kommen, lernen Sie mit netzwelt in diesem Artikel.

Am Anfang steht der Equipment-Check, denn für das folgende Vorhaben sind einige Grundvoraussetzungen an der Digitalkamera Pflicht. Benötigt wird eine Kamera, die eine freie Wahl der Verschlusszeit erlaubt. Dieser Betriebsmodus ist meistens mit dem Kürzel "TV" oder "S" bezeichnet und findet sich nur bei Digitalkameras, die dem Nutzer manuelle Einstellmöglichkeiten an die Hand geben.

Bewegung im Foto ist nur möglich, wenn auch der Fotograf vollen Einsatz zeigt und, anders als sonst, die Kamera während der Belichtung bewegt.

Um Bewegung in unser Foto zu bringen, soll die Verschlusszeit nämlich deutlich länger eingestellt werden, als die Automatik diese wählen würde. Dazu sollte die Kamera über ein manuelles Zoom verfügen, das über ein Drehen oder Schieben am Objektiv eingestellt wird. Dies ist bei digitalen Spiegelreflexkameras und den meisten Bridgekameras der Fall.

Mitzieher: So wird's gemacht

In der Blendenautomatik, dem Programm S oder TV, stellt der Fotograf eine feste Verschlusszeit ein und die Kameraautomatik regelt die für die korrekte Belichtung des Bildes benötige Blende hinzu. Daher sollte die Gesamtbelichtung des Bildes in der Regel stimmen. Nur bei extrem hellen oder dunklen Motiven kann ein Experimentieren mit unterschiedlichen Belichtungsmessmethoden nötig sein, um bessere Bildergebnisse zu erhalten.

Die Verschlusszeit ist von der Geschwindigkeit des Motivs bestimmt. Bei sehr schnellen Bewegungen, zum Beispiel die eines Rennautos oder eines Radfahrers, führen Verschlusszeiten zwischen 1/125 und 1/60 Sekunde zum Erfolg. Bei langsameren Motiven muss mit bis zu 1/15 Sekunde etwas länger belichtet werden. Auch der Abstand zum Motiv spielt eine große Rolle, je näher das Motiv am Fotografen ist, desto kürzer muss die Verschlusszeit gewählt sein. Zusätzlich sollte der Autofokusmodus der Kamera auf Objektverfolgung gestellt werden, damit das Hauptmotiv später auch richtig scharf wird.

Falls dies nicht möglich ist und der zu langsame Autofokus mehr behindert, als dass er weiterhilft, kann ein manuelles Fokussieren häufig zu besseren Ergebnissen führen. Die eigentliche Aufnahmetechnik besteht nun darin, das Objekt mit der Kamera während der Belichtung zu verfolgen. Dabei verbleibt das Hauptmotiv im Idealfall über die gesamte Belichtungszeit in der gleichen Bildposition, da so die besten Ergebnisse entstehen. Es ist in der Regel ein wenig Eingewöhnungzeit nötig, bis die Kamera dem Motiv gleichmäßig folgen kann und der Auslöser im richtigen Moment gedrückt wird.

Rennsportarten bieten mit vielen Teilnehmern und ausreichend Rennrunden aber Zeit zum Üben. Fotos, die so entstehen, werden Mitzieher genannt, da die Kamera entsprechend der Objektbewegung mitgezogen wird. Je weiter man vom Motiv entfernt ist, desto einfacher ist es in der Regel, diesem zu folgen. Dazu werden aber auch lange und teure Brennweiten nötig, die das Motiv dann noch in ansprechender Größe abbilden können.

Zoomen für den Erfolg

Fotos, die den Betrachter ins Bild zu ziehen scheinen, entstehen auf eine andere Art. Benötigt wird für diese Aufnahmetechnik ein manuelles Zoom. Während der Belichtung wird die Kamera hier nicht bewegt, stattdessen wird am Zoomring gedreht. Der Fotograf betätigt also den Auslöser und muss im Zeitraum der Belichtung die Brennweite am Objektiv verändern. So entsteht ein Geschwindigkeitseffekt, der in die Mitte des Bildes hinein wirkt.

Der Sportler bleibt halbwegs scharf, nur der Hintergrund verwischt. Für den Betrachter entsteht so der Eindruck von Bewegung im Bild. Effekte dieser Art entstehen durch den besonderen Einsatz von Zoomobjektiven.

Dieser Effekt gelingt am besten, wenn das Motiv sich in Blickrichtung des Fotografen bewegt, da der Zoomeffekt später Bewegungsunschärfe in unterstützender Richtung produziert. Leider kann das nicht immer umgesetzt werden, da es nicht sinnvoll ist, sich direkt in die Laufbahn eines Sportlers oder vor ein Rennauto zu stellen. Auch wenn dabei das Foto des Lebens entsteht, wird gerade der Fotograf des Rennautos dieses Bild mit Sicherheit nicht mehr anschauen können.

Mit einem Zoomobjektiv, das lange Brennweiten liefert, kann der Fotograf schützende Distanz zum Motiv wahren und macht begeisternde Effektbilder ohne sich oder andere zu gefährden. Wer aber möglichst nah ans Geschehen herankommt, kann mit einem Weitwinkelzoom meistens die beeindruckenderen Fotos schießen, da so das Gefühl des Dabeiseins nochmals verstärkt wird. Je nach Situation also nah ran ans Motiv und vollen Zoomeinsatz mit dem Weitwinkelobjektiv zeigen.

Tipps für die Praxis

Sowohl Mitzieher als auch gezoomte Fotos erfordern Übung. Wenn man aber erst einmal ein Gefühl für die richtige Geschwindigkeit, die passende Verschlusszeit und den perfekten Moment zum Auslösen entwickelt, entstehen Fotos, die wirklich Spaß machen. Aber wie so oft gilt auch bei diesen Aufnahmetechniken, dass weniger oft mehr ist. Daher den Effekt lieber sparsam einsetzen, nicht übertreiben.

Wer Mitziehen und Zoomen gut im Griff hat, der versucht beide Techniken gleichzeitig anzuwenden. In Kombination mit einem starken Blitzlicht entstehen Fotos dieser Art.

Ein weiterer Tipp ist der zusätzliche Einsatz des Blitzlichts. Egal wie hell die Sonne auch scheint, der Blitz bringt bei Mitziehern und Zoomfotos etwas mehr Schärfe ins Hauptmotiv. Dies macht natürlich nur Sinn, wenn die Entfernung zum Motiv nicht zu groß ist. Falls die Kamera eine Blitzbelichtungskorrektur unterstützt, kann der Blitz auch gerne ein bis zwei Blenden stärker eingestellt werden.

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http://www.netzwelt.de/news/75993-fototipp-bewegung-ins-bild-bringen.html
2007-08-11 12:15:00
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