Kundenflucht soll Wettbewerb ankurbeln
Stromanbieter: Verbraucherschützer fordern zum Wechsel auf
Patrick Woods
Billig nicht gleich gut
Vor zu viel Sparwut warnen die Verbraucherschützer jedoch: Die Kunden sollten in jedem Fall auf die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfrist achten. Zudem raten sie vor verdächtig billigen Angeboten ab. Diese arbeiten unter Umständen nicht kostendeckend. Angst vor der Pleite des neuen Anbieters muss der Kunde nicht haben. Dank des Energiewirtschaftsgesetzes von 2005 muss der regionale Versorger einen Kunden aufnehmen, wenn der neue Anbieter ausfällt - zum gleichen Preis.
Besonders kritisch sind laut der Verbraucherzentrale die Festpreisangebote. Hier kauft der Kunde im Voraus eine bestimmte Anzahl an Kilowattstunden - und dies zu verlockend günstigen Konditionen. Der Haken: Geht der Anbieter pleite, ist das angezahlte Geld weg. Verbraucht der Kunde weniger als den bezahlten Strom, gibt es kein Geld zurück. Verbraucht er mehr, wird diese Zusatzenergie mit besonders teuren Tarifen abgerechnet.
Gründe für die steigenden Preise
Ende Juni ist die Genehmigungspflicht der Preise für die Stromanbieter ausgelaufen. Die Stromversorger können nun schneller und häufiger an der Preisschraube drehen, als dies bisher der Fall war. Damit die Preise nicht ins Uferlose abdriften, tritt im Herbst die so genannte Kartellrechtsnovelle in Kraft. Diese sorgt dafür, dass die Anbieter nun nachweisen müssen, dass Preissteigerungen gerechtfertigt sind.

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Strom wird zum immer teureren Gut.
Zusätzlich hat das Kartellamt dank der Novelle die Möglichkeit, Strafen und Sanktionen sofort zu verhängen, ohne dass sich die Unternehmen wie bisher per Einspruch durch langwierige Prozesse vor zeitnahen Konsequenzen schützen können. Eine flächendeckende Preiskontrolle durch die Kartellbehörde dürften die Verbraucher jedoch nicht erwarten, sagte Bernhard Heitzer, Chef der Kartellbehörde, im Deutschlandfunk.
Günstigere Preise durch mehr Wettbewerb
Er appelliert an die Kunden: "Jeder Verbraucher kann heute seinen Stromanbieter ganz leicht wechseln". Als der Strommarkt 1998 geöffnet wurde, hatte sich der Gesetzgeber davon mehr Wettbewerb erhofft. Doch das Gegenteil ist eingetreten. Die Preise stiegen und die Kunden verharrten dennoch bei ihren gewohnten Anbietern. Das soll sich ändern. "Wir wollen, dass sich mittelfristig bis längerfristig auf den Energiemärkten ein besserer Wettbewerb einstellt", sagt Bernhard Heitzer.
Netzwelt bietet Stromkunden, die ihren Anbieter wechseln wollen, einen besonderen Service. Unter Stromanbieterwechsel erfahren Sie alles, was für einen Wechsel wichtig ist. Die günstigsten Tarife gibt es in unserem Stromtarifrechner.
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