Gegendarstellung 2.0
Google News: Betroffene dürfen Nachrichten kommentieren
Patrick Woods
Wer in den Medien genannt oder zitiert wird, hat nicht selten das Gefühl, dass seine Aussagen falsch dargestellt werden oder beispielsweise Vorwürfe nicht stimmen. Suchmaschinenbetreiber Google will solchen Betroffenen nun eine Plattform bieten. Diejenigen, die in den Nachrichten vorkommen, sollen selbst Kommentare dazu schreiben können.
Das Telefon klingelt, plötzlich ist die Presse am Apparat und stellt Fragen. Aufregung, Hektik, Unsicherheit. Dazu kommt, dass der Journalist am anderen Ende der Leitung nur die Aussagen nimmt, die er für seine Geschichte gebrauchen kann. Liegt dann schließlich das gedruckte Ergebnis vor, herrscht oft Ärger über das Resultat. Der Bürger oder die Firma fühlt sich falsch dargestellt und ist unzufrieden.

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Google News: Nachrichtenübersicht aus 4.500 Quellen
Google News will diesen Menschen nun ein Sprachrohr geben. Anders als die klassische Gegendarstellung, die oft erst Wochen später und sehr weit hinten im Blatt oder auf der Homepage erscheint, können Betroffene bei Google direkt die entsprechenden Nachrichten kommentieren. Wer sich ungerecht behandelt fühlt oder etwas richtig stellen möchte, der schreibt dem Google News Team. Auch die zuständigen Journalisten dürfen zu dem Artikel oder den Kommentaren Stellung nehmen.
Am Dienstag hatte Google das neue System in seinem Blog angekündigt. Die Testphase läuft bereits. Die Reaktionen in den Medien sind gemischt, schließlich muss Google sicherstellen, dass die Personen, die sich melden, auch tatsächlich die Betroffenen sind. "Ich denke, es gibt viele Gründe für diesen Dienst, aber auch viele Gründe, vorsichtig damit umzugehen", sagte Dan Gillmor von Citizen Media dem Wall Street Journal. Dan Meredith und Andy Golding, zwei Programmierer aus Googles News Team, schreiben in dem Blogeintrag: "Wir testen die These, dass eine persönliche Perspektive einer Geschichte eine ganz neue Dimension hinzufügen kann".
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