LinuxMCE: Das Über-Mediacenter

Beliebige Bedienung

LinuxMCE katalogisiert sogar die Inhalte eines DVD-Wechslers, sodass jeder HTPC im Haus darauf zugreifen kann. Besonders interessant ist die Steuerung. LinuxMCE kann mit fast jedem erdenklichen Gerät bedient werden. Mit einer Infrarotfernbedienung, klassisch per Tastatur und Maus, oder mit Fliehkraft. Denn es gibt eine eigene Fernbedienung , die mit einem Beschleunigungssensor arbeitet.

Mit einem Bluetooth-Handy wird man ebenfalls zum Herrscher über das digitale Zuhause. Die Software wird automatisch an ein verbundenes Handy geschickt und macht es zur Fernbedienung. Besonders interessant ist die Verwendung eines alten Webpads. Das sind einfache Tablet-PCs mit Touchscreen, WLAN und Windows CE als Betriebssystem. Diese werden mit der passenden Software zur imposanten Fernbedienung, die zugleich auch Display ist. Alternativ erfüllt ein PDA die gleiche Funktion.

LinuxMCE: Das Über-Mediacenter
Ein altes Webpad wird zur grafischen Fernbedienung
Werbung

VoIP und Alarmanlage

Lädt der Nutzer einen Grundriss seiner Wohnung oder seines Hauses in die Admin-Oberfläche von LinuxMCE hoch, kann er damit unterschiedliche Medien an verschiedene Räume schicken. "Findet Nemo" soll im Kinderzimmer laufen und in der Küche das Live-Fernsehen? Alles machbar. In seinem Video demonstriert Paul Webber, wie einfach dies per Webpad und Touchscreen funktioniert. Damit aber noch nicht genug: Zusätzlich bietet sich LinuxMCE auch als Telefonvermittlung an. Denn mit Hilfe eines oder mehrerer IP-Telefone wird es zur VoIP-Schnittstelle, Anrufbeantworter inklusive Weiterleitung.

Das Ende der Fahnenstange der Funktionen von LinuxMCE ist damit immer noch nicht erreicht. Denn es steuert den Haushalt nicht nur, es überwacht ihn auch. Webcams und Bewegungsmelder sollen im Verbund mit LinuxMCE den guten alten Wachhund ersetzen. Das Programm nutzt die von ihm gesteuerten Geräte, um für Sicherheit zu sorgen. Wird ein Alarm ausgelöst, kann LinuxMCE dem mutmaßlichen Eindringling mit eingeschaltetem Licht und Warnungen über die Fernseher verjagen.

Der Besitzer des Hauses bekommt gleichzeitig eine Warnung auf sein Handy. Hier kann er auswählen, ob er einen Notruf absetzen will, die Nachbarn anrufen möchte oder beispielsweise direkt über VoIP mit dem möglichen Einbrecher sprechen will. Um sofort Beweise zu sammeln, kann das Programm auch Fotos machen, wenn die Sensoren oder Kameras verdächtige Bewegungen registrieren.

Science-Fiction der Gegenwart

Das kostenlose Open-Source-Projekt zeigt, wie das digitale Zuhause der Gegenwart aussehen kann. Automatisiert und vernetzt. Dabei muss es kein unbezahlbares Hightech-Haus sein, sondern es reicht ein PC oder mehrere, sowie ein paar Steuergeräte für das Licht und die sonst übliche Ausstattung im Home-Entertainment. Die Kernfunktion ist jedoch die Multimedia-Fähigkeit von LinuxMCE. "It's all about media" sagt Paul Webber selbst über sein Projekt. Und der Mann hat wirklich recht.

Links zum Thema