Microsofts Daumenschrauber: HTC Touch im Test
Aufmerksam: Die technischen Eckpunkte
Ganz anders der zentrale Fünf-Wege-Joystick. Dieser gibt ein geradezu perfektes Feedback an den Daumen und quittiert Befehle mit einem satten Klick. Daneben, im unbeleuchteten Zustand nahezu unsichtbar, ordnete HTC die Tasten zum Annehmen oder Ablehnen eines Gespräches an. Auch sie vermitteln ein angenehmes Klickgefühl.
Der Verzicht auf eine vollständige Tastatur kommt dem Bildschirm zugute. Die 2,8 Zoll große Anzeige bietet eine Bildschirmdiagonale von 7,11 Zentimetern bei einer Auflösung von 240 x 320 Bildpunkten und recht mageren 65.500 Farben. Im starken Sonnenlicht sind die dargestellten Informationen leider kaum lesbar, zudem spiegelt das Display recht stark. Bereits bei leichtem Druck gibt das dünne Display spürbar nach und es zeigen sich Verformungen des Bildschirminhaltes.
Technisch hat das HTC Touch einiges zu bieten, wenngleich die Liste der Ausstattungsdetails gravierende Lücken aufweist. So funkt der selbsternannte iPhone-Rivale beispielsweise nur mit GPRS und EDGE, nicht aber mit dem wesentlich schnelleren UMTS-Standard. Ein Nachteil, der gerade bei auf Internetanwendungen spezialisierten Geräten schwer wiegt. Allerdings fehlt auch Apples iPhone die Unterstützung des schnellen UMTS-Standards. Für zügigen mobilen Datendownload bleibt dem Touch immerhin WLAN.
Clever: HTC verpasste Windows Mobile 6 mit dem Bedienkonzept TouchFLO einen eigenen Anstrich. Die Steuerung funktioniert sowohl mit dem Stift als auch mit dem Daumen sehr gut.
Neben der mitgelieferten MicroSD-Speicherkarte mit einer Kapazität von einem Gigabyte verfügt der Testkandidat über 128 Megabyte ROM sowie 64 Megabyte DDR-RAM. Der verwendete OMAP-Prozessor leistet eigentlich recht magere 201 Megahertz, gelangt im mobilen Alltag aber fast nie an die Leistungsgrenze. Bis auf die eingebaute Digitalkamera, die mehr als vier Sekunden bis zum ersten Foto benötigt, laufen alle Anwendungen flüssig.
Unliebsam: Zweigeteilte Bedienung
Die Wahl des Betriebssystems fiel auf Windows Mobile 6, welches allerdings von HTC in einigen Menüpunkten angepasst wurde. Der Startbildschirm etwa zeigt statt dem üblichen Windows-Mobile-Einerlei einen schicken Desktop im Widgets-Stil. Die wichtigsten Funktionen sind von dort aus auf Fingerdruck erreichbar. Eine Daumenbewegung vom unteren Bilschirmbereich nach oben öffnet eine übersichtliche 3D-Darstellung der Kontakte. Eine Seitwärtsbewegung mit dem Daumen blättert zum nächsten Eintrag.
Die Steuerung mit dem Daumen funktioniert so gut, dass man fast aus allen Wolken fällt, sobald einem die Original-Oberfläche von Windows Mobile wieder begegnet. Leider ist dies sehr häufig der Fall, da sämtliche tiefer liegenden Applikationen sowie die Systemsteuerung im herkömmlichen Windows-Gewand erscheinen. Spätestens dann ist Schluss mit der Daumensteuerung der kleine Bedienstift muss ans Werk.
Weitere Informationen
Dieser Artikel bezieht sich auf das Produkt HTC Touch. Im Datenblatt finden Sie weitere Technische Daten zu HTC Touch. Zusätzlich haben wir ein Special zu Apple iPhone vorbereitet.
