Fototipp: HDR aus einem Foto
Beste Voraussetzungen
Ausgangsmaterial ist auch hier wieder nur ein einzelnes Foto, das über einen RAW-Konverter unterschiedlich entwickelt wird. Bei großen Helligkeitsunterschieden im Motiv empfiehlt sich auch ein größerer Unterschied in den Belichtungsstufen der Ausgangsfotos. Diese werden nun mit Hilfe der RAW-Software angefertigt.

Das Arbeiten mit dieser Methode bringt wesentlich störungsfreiere Ergebnisse hervor und empfiehlt sich eher als die JPEG-Variante. Leider ist es jedoch auch hier nicht zu vermeiden, dass in dunklen Bildbereichen Störungen verstärkt werden. Je höher die verwendete ISO-Empfindlichkeit, desto schlechter ist es möglich, das Bild nachträglich aufzuhellen. Daher sind der HDR-Erstellung aus einer einzelnen RAW-Datei deutliche Grenzen gesetzt, wenn eine zu hohe ISO-Empfindlichkeit verwendet wurde.
HDR aus einem Foto
Der erste Ansatz erzeugt aus einem Foto mittels Tonwertkorrektur ein helles, ein dunkles und ein normalbelichtetes Foto. Diese werden dann in der HDR-Software zusammengesetzt. Ein finales Tone Mapping lässt den HDR-Look entstehen.
RAW-Datei unbearbeitet. Bei diesem Surfer reflektierte das helle Wasser die Sonne so stark, dass der Helligkeitsunterschied zum dunkeln Surferanzug viel zu groß wurde, um diesen erfassen zu können. Dank der RAW-Datei wurde der Surfer stark aufgehellt und...
...das aus den drei Einzelbildern zusammengesetzte Bild. Helle und dunkle Bildteile werden deutlich besser dargestellt, aber selbst in der kleinen Darstellung sind bereits Bildstörungen zu erkennen.
...eine unterbelichtete Aufnahme erstellt. Die HDR-Software bastelt daraus ein Foto zusammen, dass deutlich weniger Störungen aufweist, als das Verfahren mit nur einer JPEG-Datei. Allerdings nehmen auch bei der RAW-Datei Störungen stark zu, wenn hohe ISO-Empfindlichkeiten fotografiert werden.
In der vergrößerten Ansicht wird es ganz deutlich: In dunklen Bildbereichen sind Bildstörungen teilweise so stark, dass Details völlig zerstört werden und harte Artefakte das Foto fast unbrauchbar machen.
Im zweiten Ansatz besorgt sich der HDR-Fan drei unterschiedlich helle Bilder aus einer einzelnen RAW-Datei. Mit einem RAW-Konverter werden eine überbelichtete,...
Für optimales Ausgangsmaterial gibt es ein paar Ratschläge. So sind ausgewogen belichtete Bilder am besten für eine Verarbeitung geeignet, da extreme Über- oder Unterbelichtung nur schwierig zu korrigieren sind. Sowohl für die RAW- als auch für die JPEG-Methode gilt, dass eine leichte Überbelichtung des Fotos hilft, Störungen in dunklen Bildbereichen zu vermeiden. Aus dem gleichen Grund ist es hilfreich, die ISO-Empfindlichkeit so niedrig wie nur irgend möglich zu verwenden.
Bei starken Kontrasten kann ein eingesetzter Aufhellblitz wahre Wunder für die spätere Bearbeitung bedeuten. Auch bei hellen Lichtquellen im Bild erweist sich der Blitz als gutes Gegengewicht und verhindert zu starke Helligkeitsunterschiede im Foto. Für optimales Ausgangsmaterial den Blitz stets als Aufheller nutzen und zuschalten. Wenn ein Helfer zur Seite steht, dann kann auch ein gehaltener Reflektor, der das Tageslicht für eine Aufhellung nutzt, bessere Bilder verschaffen.
Auch wenn es sich bei den Endergebnissen der beiden vorgestellten Methoden nicht um echte HDR-Fotos mit erhöhtem Dynamikumfang handelt, ist deren Aussehen doch verblüffend ähnlich. Mittels Kontrastverstärkung und überdeutlichem Nachschärfen, kann dieser Eindruck oft noch verstärkt werden. Ein Anheben der Farbsättigung sorgt zusätzlich für knallige Farben und kann das Foto effektvoll aufwerten. Wer den HDR-Look liebt, kann nun auch endlich seine Action-Fotos so bearbeiten. In einigen Fällen kann der Effekt auch abgemildert zur einfachen Bildoptimierung verwendet werden, ohne dass jemand eine HDR-Bearbeitung hinter dem Foto vermuten würde.
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