Sport, Action und Bewegung im HDR-Look?
Fototipp: HDR aus einem Foto
Wer sich mit der HDR-Fotografie beschäftigt, weiß, dass für ein fertiges Foto mehrere Einzelaufnahmen nötig sind. Eine kurze Sportszene oder eine schnelle Bewegung lassen jedoch nicht den Zeitraum für mehrere Fotos, weshalb dieser Bereich der Fotografie leider nicht HDR-tauglich scheint. Ist es trotzdem möglich, den HDR-Effekt auch in Action-Fotos zu bekommen? Netzwelt hat für Sie umfangreich experimentiert.

Inhaltsverzeichnis
- 1Fuschen für den Effekt
- 2RAW ist die Lösung
- 3Beste Voraussetzungen
Dieser Artikel setzt die Grundlagen zur High Dynamic Range (HDR) Fotografie voraus, die in einigen anderen netzwelt-Artikeln zum Thema HDR erläutert werden.
Fuschen für den Effekt
HDR-Fotografie liegt das mehrmalige Ablichten ein und desselben Motivs mit verschiedenen Belichtungeinstellungen zu Grunde. Allein dieser Fakt macht es nicht möglich, ein HDR-Foto eines Bewegtmotivs auf herkömmliche Art und Weise herzustellen. Der Moment ist viel zu schnell vorbei, als dass eine Belichtungsreihe von dieser Situation angefertigt werden könnte. Daher müssen andere Wege gefunden werden, um den HDR-Effekt aus einer einzelnen Bilddatei zu erzielen.
HDR aus einem Foto
Der erste Ansatz erzeugt aus einem Foto mittels Tonwertkorrektur ein helles, ein dunkles und ein normalbelichtetes Foto. Diese werden dann in der HDR-Software zusammengesetzt. Ein finales Tone Mapping lässt den HDR-Look entstehen.
RAW-Datei unbearbeitet. Bei diesem Surfer reflektierte das helle Wasser die Sonne so stark, dass der Helligkeitsunterschied zum dunkeln Surferanzug viel zu groß wurde, um diesen erfassen zu können. Dank der RAW-Datei wurde der Surfer stark aufgehellt und...
...das aus den drei Einzelbildern zusammengesetzte Bild. Helle und dunkle Bildteile werden deutlich besser dargestellt, aber selbst in der kleinen Darstellung sind bereits Bildstörungen zu erkennen.
...eine unterbelichtete Aufnahme erstellt. Die HDR-Software bastelt daraus ein Foto zusammen, dass deutlich weniger Störungen aufweist, als das Verfahren mit nur einer JPEG-Datei. Allerdings nehmen auch bei der RAW-Datei Störungen stark zu, wenn hohe ISO-Empfindlichkeiten fotografiert werden.
In der vergrößerten Ansicht wird es ganz deutlich: In dunklen Bildbereichen sind Bildstörungen teilweise so stark, dass Details völlig zerstört werden und harte Artefakte das Foto fast unbrauchbar machen.
Im zweiten Ansatz besorgt sich der HDR-Fan drei unterschiedlich helle Bilder aus einer einzelnen RAW-Datei. Mit einem RAW-Konverter werden eine überbelichtete,...
An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass die folgenden Ergebnisse keine echten HDR-Fotos mit erhöhtem Dynamikumfang sind. Das Ausgangsmaterial ist stets ein einzelnes JPEG-Bild, aus dem natürlich nicht mehr Information gewonnen werden kann, als dieses speichern kann. Daher ist das erklärte Ziel des Artikels, ein Foto mit den Merkmalen eines durch Tone Mapping erzeugten Bildes zu erstellen. Zu diesem Zweck wird das HDR-Foto simuliert.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Fototipp hier.
