Apple mag es einfach

Verkehrte Netzwelt: Steve Jobs hat Angst vor Knöpfen

Für viele Anhänger steht Apple für Design, Ergonomie und Schlichtheit. Näher betrachtet nimmt der Stylingwahn der Kalifornier jedoch mitunter merkwürdige Ausmaße an. Denn Apple verabschiedet sich vom klassischen Bedienelement für mechanische und elektrische Geräte: dem Knopf. Manch einer hat Angst vor sechbeinigem Krabbelviech, andere vor engen Räumen oder Prüfungen. Steve hat Angst vor Tasten.

Verkehrte Netzwelt: Steve Jobs hat Angst vor Knöpfen
Null-Tasten-Maus

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Hurra, Knopf
  2. 2Der unmündige Nutzer
  3. 3Papa Steve

Seit Jahrhunderten leistet der Knopf - auch Taste genannt - gute Dienste. Angefangen von klassischen Musikinstrumenten über das Armaturenbrett im Auto bis hin zu modernen Gadgets wie dem Handy. Nun soll er sterben. Zumindest, wenn es nach dem Willen von Apple-Mastermind Steve Jobs geht. Seit der bei Apple wieder das Zepter in der Hand hält, ist der gute alte Taster vom Aussterben bedroht.

Hurra, Knopf

So ein Knopf ist eine tolle Einrichtung: Denkbar einfach zu bedienen und durch Klicken oder Einrasten gibt er haptisches und visuelles oder akustisches Feedback. Kein Wunder, dass der Knopf in abstrahierter Form auch auf dem Computer die wichtigste Interaktionsschnittstelle ist. Tastatur, Mausbutton und nicht zuletzt virtuelle Taster in der Benutzeroberfläche: Knöpfe, wohin man auch blickt.

Doch solche bewährten Bauteile sind Steve zu altmodisch. Es will nicht zu dem stylischen Gadget-Image passen, das Steve seiner Marke aufdrücken möche. Wie ernst Apple es mit der Tastenlosigkeit meint, zeigt das folgende Beispiel: Steve baute die Zwittermaus, die erste zwei-Tasten-Maus - ohne jede Taste. Die Mighty Mouse. Die Klickposition der Finger wird über Berührungssensoren gemessen. Das hörbare Klicken wird nur simuliert, eine wahre Schizo-Maus.

Anderes Stichwort: iPhone. Ja, abgegriffen, gehypt und überhaupt. Aber hier geht es um Knöpfe. Und? Ein einziger echter Taster versteckt sich verschämt unterhalb des glänzenden Glasdisplays. Er bringt den urbanen Gadgetfan zurück ins Hauptmenü. Für die restliche Bedienung des hippen Telefons muss das gläserne Handy mit fettigen Fingern betatscht werden. Hauptsache knopflos, auch wenn das geliebte Spielzeug dabei verschmiert wie die Scheiben einer Berliner Currywurstbude.

Forum

Eigenen Kommentar schreiben