Standard-Gaming-PCs als Erben des C64
Commodore: Comeback zur Mittelmäßigkeit?
Commodore hat Computergeschichte geschrieben. Weltweit ging der C64 sage und schreibe 17 Millionen Mal über den Ladentisch. Ein sympathischer Heimrechner zu einem für damalige Verhältnisse erschwinglichen Preis. Doch die Achtzigerjahre sind längst vorüber. Dies bekommen dieser Tage besonders die Liebhaber des guten alten Brotkastens zu spüren. Commodore ist wieder da, doch die frühere Magie schafft es leider nicht in die Neuzeit.

Viele sammelten ihre ersten Computererfahrungen überhaupt auf dem C64. Allein das macht die bessere Tastatur mit dem klobigen Diskettenlaufwerk schon zu etwas Besonderem. Außerdem hob er sich wohltuend von der Masse ab, was unter anderem den Grundstein für die massenhafte Verbreitung und nach wie vor andauernde Popularität legte. Damals wie heute steht das Spielen im Vordergrund. Damit rettete sich zumindest ein Charakterzug des schwarz-beigen Commodores in das 21. Jahrhundert.
Geblieben ist auch das altbekannte Firmenlogo, heute ziert das große "C" die linke Seitentür der neuen Gaming-PCs. Aber ehrlich gesagt: Sonst blieb nichts vom früheren Flair. Hardware-seitig setzt Commodore nun auf langweilige und reproduzierbare Massenware. Der einzige nennenswerte Unterschied besteht darin, dass sich der Käufer die Lackierung der austauschbaren Gehäuseschalen selbst aussuchen darf - die Auswahl ist riesig. Auf der diesjährigen CeBIT-Präsentation hinterließ immerhin die Farbe einen sehr hochwertigen Eindruck, ganz im Gegensatz zum schwarzen Rohbau.
Bis auf einige wenige Details könnten die Daten des "Gaming Launch PC" genauso gut aus einem x-beliebigen Komplettsystem stammen. Abgesehen von der präferierten Lackierung liefert das Commodore-Comeback zwei große Lüfter mit acht verschiedenen Farben und USB-Anschlüsse, die auch bei geschlossener Frontklappe zugänglich bleiben. Alternate vertreibt den schnellen Spiele-PC für 1.499 Euro. Selberbastler kommen wie bei nahezu allen vorgefertigten Rechnern auf dem Markt allerdings günstiger weg.
CeBIT 2007: Commodore reloaded
Die für aktuelle Spiele notwendige Performance liefern ausschließlich Grafikkarten aus dem Hause Nvidia.
Obwohl Innovation anders aussieht, war der Commodore-Stand gut besucht.
Besitzer des neuen Commodore-Heimcomputers dürfen sich an einer sehr hochwertigen Lackierung erfreuen.
Zu den Besonderheiten des Gehäuses zählt die zuklappbare Vordertür, die selbst im geschlossenen Zustand noch die in den Frontanschlüssen eingesteckten USB-Kabel zur Seite abführt.
Noch in diesem Halbjahr sollen die bunten PCs auf den Markt kommen, Preise wurden noch nicht bekannt gegeben.
Für aktuelle und viele kommende Spiele ist das Launch-System gut gerüstet, neben einer 320-Megabyte-Grafikkarte mit GeForce 8800 GTS verfügt es über den momentan günstigsten Quad-Core-Prozessor, zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und ein Mainboard mit nForce 650i SLI. Die Festplatte fasst 500 Gigabyte, statt einer echten Spiele-Soundkarte gibt es jedoch leider nur simplen On-Board-Klang.
Zweifellos dürfte der ein oder andere ehemalige oder noch aktive C64-Fan der guten alten Zeit nachtrauern. Allerdings huldigt Commodore seinem Erfolgsmodell mit einer optionalen Lackierung im typischen "Brotkasten"-Finish - schön auf eine altmodische Art und Weise. Außerdem liegt neben einem umfangreichen Bündel aktueller Games noch ein vorinstallierter Emulator mit über 50 klassischen C64-Spielen bei.

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Zitat: Bessere Tastatur? eingebautes Diskettenlaufwerk? Diesen C64 möchte ich bitteschön mal sehen (OK, es gab ja mal so einen Prototyp, der aber meines Wissens nach nie gebaut wurde)....
Zitat: Viele sammelten ihre ersten Computererfahrungen überhaupt auf dem C64. Allein das macht die bessere Tastatur mit dem eingebauten Diskettenlaufwerk schon zu etwas Besonderem. ...