Killerspieler im Waffenladen würden sich anders verhalten

Verkehrte Netzwelt: Das erste Mal im Sexshop

Verkehrte Netzwelt: Das erste Mal im Sexshop Natürlich bin ich Porno-Surfer. Und jeder Mann in meinem Alter, der etwas anderes von sich behauptet, lügt. Oder wohnt noch bei Mama. Oder beides. Da scheffelt eine ganze Industrie Milliarden, aber keiner will je etwas davon gehört haben. Natürlich bin ich Porno-Surfer. Ich habe keine Pickel, bin nicht zu groß und nicht zu klein, der nette Durchschnitts-Typ von nebenan.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Keine Hauptspeise, dafür unkompliziert und kostenlos
  2. 2Filmabend, nur wir zwei?
  3. 3Wenn schon dreckig, dann richtig
  4. 4Wie die Tiere
  5. 5Schnelle Nummer 251
  6. 6Wieso denn so verkrampft?

Ich habe Zivildienst geleistet, helfe alten Menschen über die Straße. Wenn die wüssten, welche Seiten meine Browser-Chronik ausspuckt, würden sie dann lieber alleine über die Straße gehen, gar das Risiko eingehen überfahren zu werden?

Werbung

Im Gegensatz zu Alice Schwarzer habe ich überhaupt kein Problem damit, wenn sich sowohl weibliche als auch männliche Darsteller gegen gute Bezahlung frei machen. Von ihren Klamotten. Und dann schauspielern bis sich die Matratze biegt. Ich bin mir sicher: Die Akteure werden auch nichts dagegen haben.

Keine Hauptspeise, dafür unkompliziert und kostenlos

Ich bin Porno-Surfer, Bildchen-Jäger, Filme-Sammler. Andere sammeln Überraschungseierinhalte, fotografieren Auto-Unfälle oder sind Zoowärter. Doch während auch Kleinteile verschluckt werden können und das Ablichten von Verkehrsunfällen noch niedere Instinkte als den Sexualtrieb anspricht, wird höchstens der Tierpfleger genauso schief angeschaut, wenn er von seiner Passion spricht. Der Porno-Surfer hingegen ist schlichtweg sozial inkompatibel und findet kein passendes sexuelles Gegenstück.

Pornos anzuschauen ist wie Vor- ohne Hauptspeise, dafür unkompliziert und mittlerweile auch noch kostenlos. Zumindest online. Ärgerlich wird es dann, wenn bei allzu intensiver Nutzung sich die Augen immer mehr zu triebgesteuerten Sehschlitzen verengen, die Vernunft unterhalb der Gürtellinie baden geht und Trojaner fleißig an der Firewall klopfen, sie schließlich gänzlich einrennen. Kein potentes System mehr, ein schlaffes Häufchen Elend, gekränkt und zu Tode geschwächt. So passiert am letzten Wochenende.

Filmabend, nur wir zwei?

Die eigene Lust auf dem Höhepunkt, wie Handbremshebel beim Hangparken, sah ich mich vor meinem geistigen Auge mal wieder völlig sinnfreie Kurznachrichten auf meinem Handy tippen. "Hallo Susanne, ich habe ja ewig nichts mehr von dir gehört. Wie läufts denn so? Lust auf einen Filmabend heute abend bei mir? Nur wir zwei?"

Keine Antwort ist auch keine Lösung, es bleibt die dreckige und letzte Zuflucht für einsame Singles am Wochenende. Die Videothek. Der Sexshop. Offline. Oh mein Gott.

Forum

Eigenen Kommentar schreiben