Trockenübung für Unterwasserfans

Angespielt: Tauchen 2008

Verwaschene Texturen und eine schwammige Steuerung - normalerweise der Dolchstoß für jeden Spieletest. Taucht der Gamer jedoch ab, gelten andere Bewertungskriterien, so wie bei dieser Unterwassersimulation, die an spannende Tauchspots führt. Wracks historischer Schiffe warten ebenso auf Erkundung wie abgestürzte Passagierflugzeuge oder versunkene Städte. Seinen Reiz bezieht "Tauchen 2008" aber aus der gelungenen Tiersimulation.

Angespielt: Tauchen 2008
Need for Speed Neopren: Der Tauch-Scooter sorgt für Tempo unter Wasser.

Gerätetauchen ist Glückssache. Weniger, weil man darauf hofft, heil wieder hochzukommen, sondern eher, weil es selten eine Garantie auf die Sichtung spektakulärer Meeresbewohner gibt. Anders in dieser Simulation, wo sich fast alles versammelt, was einem die Taucherbrille beschlagen macht - geballt an einem "künstlichen" Riff.

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Es gibt Fisch

Spannender als die Artenvielfalt ist das relativ glaubwürdige Verhalten der rund 50 verschiedenen Tiere. Bunte Rifffische kreuzen neugierig die Wege des Tauchers, Rochen bleiben nervös auf Distanz, Feuerfische gleiten elegant über den Grund und riesige Napoleons stehen stoisch im Korallengarten. Vorbei an Meeresschildkröten, heiteren Rufen folgend, stoßen Trockentaucher auf eine Gruppe Delfine, flankiert von Hammerhaien. Dann naht aus der Ferne ein Gigant, dessen kolossaler Körper die schräg einfallende Sonne blockiert: ein Walhai. Im Schlepptau des sanften Riesen mehrere Mantarochen, majestätisch die Schwingen schlagend.

Taucher und Schnorchler sind von solchen Eindrücken angetan. Daran, dass die 3D-Engine aus DirectX-8-Zeiten stammt, erinnern zunächst nur die niedrigen Systemanforderungen. Wenn später einige Unterwasser-Levels frei gespielt worden sind und die Schwimmflossen Kriegsschiffe oder versunkene Städte ansteuern, zeugen jedoch Ecken und Kanten von grafischer Bescheidenheit.

Verwässerte Kollisionsabfrage

Beim Betauchen von Wracks und Bauwerken kämpft der Spieler ferner mit ungenauen Kollisionsabfragen. Ein Kugelfisch mit Blähungen ginge problemloser durchs Nadelöhr als der virtuelle Taucher in eine U-Boot-Luke. Einfacher meistern sich Engpässe in der Egoansicht, die als Ersatzperspektive zur Wahl steht. Die auf wenige Tasten verteilte Steuerung ist selbsterklärend, der Schwierigkeitsgrad gering. Fast jedes der zwölf Szenarien birgt mehrere Missionsziele. Mal gilt es, binnen weniger Minuten zehn Goldmünzen zu sammeln oder ohne Zeitlimit das Gebiet zu erkunden, in einem zweiten Tauchgang ist das Fotografieren von Großfischen oder Wrackresten angesagt.

Musik gibt es nur in den Menüs. Während des Spiels ist außer typischen Tauchgeräuschen, Blubbern und gelegentlichen Delfinlauten nichts zu hören. Gut so.

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Fazit: Wracks wie die Thistlegorm, Orte wie Loch Ness und Fische satt - für Unterwasserfans ein attraktives Angebot. Mehr als zwei Stunden Zerstreuung sind allerdings kaum drin. Im Preis von 15 EUR eingeschlossen ist ein Bildschirmschoner sowie ein digitales Fischlexikon.

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