Von Software-Erotik und Pixel-Pornos
Indiziert: Die Evolution des E-Sex
Gaming
In ihren Anfängen waren Sex-Spiele auf dem Computer die reinste rhythmische Sportgymnastik - und vor allem laut. In den Achtzigerjahren galt es, einen klickenden Joystick in schneller Folge von links nach rechts zu bewegen, um den virtuellen Akteuren im Stellungskampf beizustehen. Damals mussten sich Zocker noch anstrengen, um im groben Pixelbrei überhaupt so etwas wie Erotik oder Pornographie zu erkennen. Doch selbst aus aktuellen Games ist beides nicht mehr wegzudenken. Eine kleine Geschichtsstunde.
Vor über 20 Jahren landete mit "Sex Games" eines der ersten eindeutig orientierten Computerspiele auf dem Markt - und prompt auf dem Index der früheren Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften. Trotz 2D-Grafik der simpelsten Sorte fand die Porno-Persiflage auf Sportspiele wie "Summer Games" & Co. vor allem unter Raubkopierern rasenden Absatz. Zu Zeiten des Commodore 64 ebenfalls schon beliebt: Strip Poker. Außer Karten wurden hier auch Klötzchen gelegt, und zwar frei und in angedeuteter Form der weiblichen Anatomie.
Inhalt
- Poppularität
- Geldgeil
- Woll-Lust
- Busenwunder
- Rollenspiele
- Nackt-Patches
- Harter Stoff
- Emanzipation Fehlanzeige
Mehr für Aufregung bei den Spieleverkäufern und die Unterhaltung von Zockern als körperliche Erregung sorgt ein Möchtegern-Frauenheld namens Larry Laffer. In "Leisure Suit Larry" mimt er seit den späten Achtzigern den vom Pech verfolgten Playboy, der als meist erfolgloser Macho dem anderen Geschlecht nachstellt. Obwohl das Adventure wegen seiner eher witzigen Natur und trotz nackter Tatsachen höchstens als stark verharmloste Version des Software-Pornos durchgeht, verursacht es in den USA einen handfesten Skandal.

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Leisure Suit Larry: Möchtegern-Macho macht auf dicke Hose.
Schon allein deshalb erringt die Larry-Reihe im Laufe der Jahre einen regelrechten Kultstatus und weltweite Pop(p)ularität. Im achten Teil "Magna Cum Laude" geht Larry, gespielt von seinem Neffen, zum ersten Mal in 3D auf die Jagd nach potenziellen Bräuten und überdimensionierten Brüsten. In Computerspielen werden jedoch nicht nur leidenschaftliche Loser thematisiert, sondern auch wirtschaftliche Interessen.
Virtuelle Wirtschaftssimulationen behandeln nicht nur weitgehend jugendfreie Dinge wie Vergnügungsparks, Sport, Städtebau oder geschlechtsfreien Verkehr. Im vom Entwickler als "heißeste und fettigste Wirtschaftssimulation aller Zeiten" betitelten "Hot Dogs Hot Girls" fängt es dabei noch vergleichsweise harmlos mit leicht bekleideten Mitarbeiterinnen einer Fast-Food-Kette an. Auf einem deutlich höheren Schlüpfrigkeitslevel sind hingegen Titel wie beispielsweise "Erotic Empire" anzusiedeln.
Links zum Artikel
- Keusche Killer: Kaum Sex, viel Crime
- Kolumne: Jugendschutz und Computerspiele
- Kurztest: All Star Strip Poker
- Kurztest: Erotic Empire
- Kurztest: Leisure Suit Larry: Magna Cum Laude
- Kurztest: Lula 3D
- Test: Singles 2: Wilde Zeiten
- Verkehrte Netzwelt: Das erste Mal im Sexshop
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