Raumgleiter: Logitech MX Air im Test
Bordinstrumente
Wer den Dreh mit der Bewegungssteuerung erst einmal raus hat, den überrascht die MX Air mit einer angenehm präzisen und einfachen Bedienbarkeit. Eine nützliche Option ist der alternative, auf größere Distanz besser sichtbare Mauszeiger für die Luftnavigation. Sperrige Multimedia-Keyboards können sich komfortbedachte Couch-Potatoes getrost sparen, als Fernbedienung für Musik und Videos leistet die MX Air mindestens ebenso erstklassige Dienste. Manches geht sogar leichter von Hand - etwa das Regeln der Lautstärke über einen simplen Schwenk nach links oder rechts.
Fans des iPod-Clickwheels dürften die Logitech-Maus lieben. Statt auf ein mechanisches Tastenrad setzt sie auf eine über einen Zentimeter breite Sensorfläche, die beim Darüberfahren mit dem Finger ein leises Klicken erzeugt. Dieses Geräusch ertönt beispielsweise auch bei der bewegungsabhängigen Lautstärkereglung. In der Standardeinstellung schießt deren Benutzer aufgrund des fortlaufenden Scrollens schnell übers Ziel hinaus, doch glücklicherweise lässt sich diese Funktion abstellen. Spätestens dann besteht überhaupt kein Grund mehr, dem guten alten Mausrädchen auch nur eine Träne nachzuweinen.
Luftnummer: Die Maus reagiert auch auf Bewegung.
Mancher Internetsurfer mit Firefox-Browser dürfte die mittlere Maustaste vermissen, die das Öffnen eines separaten Tabs ermöglicht. Diese kann bei Bedarf jedoch auf einer der sechs Zusatzschalter verlegt werden, etwa eine der beiden Pfeiltasten am oberen und unteren Ende des Scrollbalkens. Wie bei den meisten aktuellen Mäusen bilden der Links- und Rechtsklick einen festen Bestandteil der Oberschale. Auffällig ist, dass sie zwar noch sehr weit hinten ansprechen, am vordersten Punkt dafür gar nicht mehr. Dorthin gelangen jedoch selbst lange Finger nur mittels unbequemer Verrenkungen.
Regelrecht luxusverdächtig mutet die nahezu perfekte Verarbeitung an. Ohnehin eine Paradedisziplin des Hauses Logitech, animiert sie hier wie kaum ein anderes Eingabegerät zum Ansehen und Anfassen - mit Ausnahme der Edel-Tastatur diNovo Edge vielleicht. Wenig sinnvoll erscheint allerdings die hochglänzende Oberfläche, die Dreck und Fingerabdrücke zu einer unästhetischen Zusammenkunft einlädt. Schwacher Trost: ein überaus brauchbares Mikrofasertuch als Beilage.
Logitech MX Air im Test
Was heute auf dem Schreibtisch des netzwelt-Testers landet, könnte völlig ungeschminkt und ganz ohne Spezialleffekte im nächsten Star Trek-Film mitspielen.
Wenig sinnvoll erscheint die hochglänzende Oberfläche, die Dreck und Fingerabdrücke zu einer unästhetischen Zusammenkunft einlädt. Schwacher Trost: ein überaus brauchbares Mikrofasertuch als Beilage.
Science-Fiction-Fans werden bei kaum einer anderen Maus besser bedient.
Nicht etwa als außerirdische Lebensform, sondern als futuristisches Sternenschiff. Raumgleiter beschreibt den Charakter der Logitech MX Air allerdings noch treffender: Eine superleichte Schnurlos-Maus, die sich auch aus der Luft bedienen lässt.
Der Name der MX Air ist keinesfalls aus der Luft gegriffen, sondern vielmehr Programm. Unterstrichen von der Freespace-Gravur am hinteren Ende, welche für die verwendete Bewegungserkennung steht.
Trauriges Ergebnis nach nur einem Arbeitstag: Dem Akku bleiben nur noch 55 Prozent.
Ihre fließende, schlichte Silhouette macht sie zu einer echten Schönheit. Den letzten Schliff gibt eine kongeniale Kombination aus einem silbernen Rumpf und einer spiegelnd schwarzen Oberschale.
Auf größere Distanz ist der alternative Luftzeiger besser sichtbar als ein gewöhnlicher Mauszeiger.
Die Lautstärke kann über eine simplen, horizontalen oder vertikalen Schwenk geregelt werden.
Nach dem Abschalten der Bildlauffortsetzung weint man dem guten alten Mausrad kaum eine Träne nach.
Über die MenuCast-Option erscheinen je nach Anwendung verschiedene Funktionen (oben: Firefox). Zusätzlich lassen sich darüber eigene Anwendungen starten (unten).
Pilotprogramm
Als Software-Grundlage liefert Logitech das bekannte, übersichtliche gestaltete Konfigurationsswerkzeug namens SetPoint mit, das Einstellungen für sämtliche Armaturen und Steuerelemente offeriert. Wie es sich für eine beidhändig verwendbare Maus gehört, tauschen Links- und Rechtsklick auf Wunsch die Plätze. Als ebenfalls praktisch erweist sich die Option, die Geschwindigkeit des senkrechten Scrollen an bestimmte Anwendungen anzupassen - etwa um beim Ego-Shooter möglichst exakt zwischen verschiedenen Waffen wechseln zu können.
Zweifellos viel interessanter als die Standardfunktionen sind die Möglichkeiten zur Gestensteuerung, denn diese beschränken sich nicht bloß auf die Lautstärkereglung in wahlweise senk- oder waagerechter Richtung. Darüber hinaus lässt sich der Sprung zum nächsten oder vorherigen Medientitel über einen Tastendruck und eine anschließende Drehung im oder gegen den Uhrzeigersinn bewerkstelligen. Angesichts der hohen Funkreichweite von bis zu neun Metern eine nützliche Funktion, da hier kein Sichtkontakt zum Bildschirm erforderlich ist.
Links zum Thema
- Logitech MX Revolution im Test: Technisches Maus-Wunderwerk?
- Logitech diNovo Edge im Test: Eingeben für Angeber
- M-M-Monster-Maus! Microsoft Natural Wireless Laser 6000 im Test
- Logitech
- Wacom Bamboo im Test: Stift als Mausersatz
- Razer DeathAdder im Test: Back to the roots
