Vom Außenseiter zum Marktführer
E3: Nintendo mit Casual-Gaming auf der Überholspur
Gaming
"Casual-Games" für jedermann mit einfachen Spielkonzepten und eine Konsole, die sich so gar nicht nach den Konventionen der Gamerwelt richtet. Trotz schwacher Hardware und kaum vorhandenen Multimediafunktionen kommt der japanische Konzern mit der Herstellung der weißen Wii-Konsolen kaum nach. Auf der E3 2006 noch das Mauerblümchen, dieses Jahr schon der Platzhirsch unter den Konsolenherstellern.
Vom Schlusslicht zum Marktführer
2006 stand der Konsolenmarkt ganz im Zeichen der "Next-Gen"-Konsolen. Die XBox 360 hatte vorgelegt und die ganze Welt wartete auf das Erscheinen der Playstation 3. Den Traditionshersteller Nintendo hatte damals kaum jemand auf der Rechnung: Zu schwachbrüstig, zu unspektakulär erschienen die damaligen Informationen zur Wii. Laut eines Nintendo-Mitarbeiters hat man im letzten Jahr gar überlegt, die Spielehardware komplett einzustellen.
Die Branche machte sich auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Giganten Sony und Microsoft gefasst. Heute wissen wir, dass alles anders gekommen ist. Heute darf Nintendo sich mit breiter Brust als Marktführer auf der diesjährigen E3 präsentieren. Um die Wii entwickelte sich ein Hype, der sonst nur von iPod und Co. erreicht wird. Spielemuffel griffen plötzlich zum Controller und begeistern sich seitdem für kindliche Spielegrafik und Bewegungssensoren.
Modetrend Casual-Games
Heute sind die Umstände umgekehrt. Nintendo bestimmt, die Konkurrenz läuft hinterher. Auf der Spielemesse E3 in Santa Monica präsentieren Sony und Microsoft eigene Konzepte der so beliebten Casual Games. Microsoft präsentiert unter anderem einen neuen Controller mit vier großen Knöpfen und das passende Filmquiz "Scene it?". Sony zeigt "echochrome", ein Geschicklichkeitsspiel für das Playstation Network. Der Spieler muss hier die Kameraperspektive so rotieren, dass eine Figur das Level durchqueren kann.

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"Bequeme" Spiele sorgen für den Erfolg der Wii.
Nicht nur die Konsolenhersteller, auch die Spielestudios springen auf den fahrenden Casual-Zug auf. Electronics Arts hat nun eine eigene "Casual"-Abteilung eröffnet. Kathy Vrabeck, Leiterin dieser Abteilung, sagte in einem Interview: "Es ist ein sehr schwieriges Geschäftsmodell." Casual Games können für vielen Plattformen entwickelt werden; für die Konsole, den Rechner oder das Handy, für das aufgrund der Modellvielfalt viele verschiedene Versionen nötig sind.
Auch Ubisoft, bislang eher bei den Kriegsspielen beheimatet, setzt seit kurzem auf den neuen Trend. Das Unternehmen rechnet nach eigenen Angaben damit, in diesem Jahr 20 Prozent seines Umsatzes mit den Casual-Games zu machen - doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Die Entwicklungen sind ein Glücksfall für die Branche. Die Spiele erschließen neue Käuferschichten und bringen hohe Gewinne, da die Entwicklungskosten weit unter denen von technisch aufwändigeren Games liegen.
Nintendo selbst baut weiterhin auf die bewährten Spielkonzepte. Mehr Denkspiele und das Aufleben alter Bekannter wie "Mario" sollen den Aufwärtstrend weiter voran treiben.
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