Schergen bringen Glück
Spieletest: Overlord
Ihre Lieblinge heißen Darth Vader, Montgomery Burns oder Dr. Evil? Für Donationware zu spenden, fiele Ihnen im Traum nicht ein? Sie hassen Knut? Dann sind Sie wahrscheinlich böse genug, um jener Zielgruppe zu entsprechen, die Codemasters mit "Overlord" erreichen will. Das mit "Dungeon Keeper" und "Fable" verwandte Action-Rollenspiel stimuliert böse Triebe. Auf die Lachmuskeln haben es die Entwickler außerdem abgesehen.

"Reibt ihm Säure in die Augen". Die hässlichen Gnome, die sich im gut gemachten Auftaktfilm um den Spieler scharen, lassen nichts unversucht, ihren Chef, den Overlord, zu neuem Leben zu erwecken. Es hilft. Frühere Versuche, die Welt in dunkles Chaos zu stürzen, schlugen fehl. Jetzt soll alles besser werden - beziehungsweise schlechter. Kaum auf den Beinen, absolviert der dunkle Lord ein Trainingsprogramm, das ihm die Steuerung der kleinen Gnome, Schergen genannt, näherbringt. Ohne Schergen läuft im Spiel der holländischen Macher nichts. Ein Fingerzeig des Overlords hetzt die flinken Fieslinge auf Gegner, lässt sie Mechanismen bedienen und Kriegsbeute abtransportieren.
Vier Schergenklassen gibt es, jede mit besonderen Fähigkeiten. Das Rückgrat der dunklen Armee bilden braune Schergen, robuste Nahkämpfer, die vom Kürbis bis zur Mistgabel praktisch jeden Gegenstand militärisch zu nutzen wissen. Rote Schergen sind feuerfest, schlagen Schneisen durch Brände und eignen sich als Fernkämpfer für Angriffe aus der zweiten Reihe.
Das Neutralisieren giftiger Stoffe erledigen grüne Schergen. Strategisch wertvoll sind die Grünen, wenn es gelingt, sie im Rücken großer Gegner zu postieren, wo ihre Klauenhände großen Schaden anrichten. Vervollständigt wird die bunte Truppe durch blaue Schergen, die an missglückte Genversuche im Schlumpfenlabor erinnern und als Heiler fungieren. Außerdem sind sie in der Lage, Gewässer zu durchqueren. Für ihre andersfarbigen Kollegen bedeutet der Kontakt mit Wasser den sicheren Tod.
Um auf Schergen jeden Typs Zugriff zu haben, müssen die entsprechenden Nester aufgestöbert und in die Basis des Overlords befördert werden. Alles, was dem Erreichen der dunklen Weltdominanz dienlich ist, landet in der Heimstatt des Bösen, einem verfallenen Turm, den es schrittweise wieder auf- und auszubauen gilt. Über ein Portal gelangt der Turmherr in die vier verschiedenen Zonen der Spielewelt, von wo aus wiederum Objekte wie Zaubersäulen, Voraussetzung für magische Fähigkeiten, von fleißigen Schergen zum nächsten Turmportal geschleppt werden. Ganze Schmelzöfen werden so durch die Lande transportiert. Sobald eine Turmschmiede eingerichtet ist, steht dem Fertigen von Waffen und Rüstungen nichts mehr im Wege.

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