Freitag der 13. vorverlegt

Verkehrte Netzwelt: Ohne Netz und doppelten Boden

Verkehrte Netzwelt: Ohne Netz und doppelten Boden Was ist eine Online-Redaktion ohne Internet? Richtig, aufgeschmissen. Im netzwelt-Büro versuchte ein Freitag der 13. mit mäßigem Erfolg, seinen schlechten Ruf als Unglücksbringer zu vertuschen. Mit einer Vorverlegung auf Donnerstag den 12. Nicht besonders einfallsreich, wenn Sie mich fragen. Doch was tun bei Stau und stockendem Verkehr auf der Datenautobahn?

?
?

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Mail-Misere
  2. 2Phantomsurfen
  3. 3Kalter Entzug

Dem Sprichwort zufolge fängt der früheste Vogel den Wurm. Am Morgen des überpünktlichen Pechtags fängt sich der erste Redakteur höchstens eine Schelte, wenn er den Technikern schon vor dem Wachwerden kleinlaut beichten muss, dass das Internet nicht funktioniert. Ohne den steten Datenstrom aus dem World Wide Web bleibt von netzwelt nur noch die "Welt" übrig, und die gibt es leider schon als Offline-Ausgabe und würde den Namensklau bestimmt nicht begrüßen. Denn die Welt der erzwungenen Online-Abstinenz ist eine viel düstere, voller Verzweiflung und seelischer Grausamkeit.

Werbung

Mail-Misere

PC einschalten, Kaffee holen, E-Mails checken. Ein als selbstverständlich hingegenommenes Prozedere, um das schlaftrunkene Hirn langsam in Gang zu bringen. Doch leider legt der Denkapparat heute einen Fehlstart hin. Der Rechner rödelt, die Kaffeemaschine kreischt - und dann der Schock: ein kleines, gelbes Warnzeichen im Windows-Aschenbecher, dem Systemtray in der unteren rechten Ecke. "Eingeschränkte Konnektivität", eine schamlose Untertreibung.

Tatsächlich geht im Netz gar nichts mehr. Schlimmer noch: Für ein paar Sekunden lässt mich die offensichtlich sadistisch veranlagte Internetleitung in dem Glauben, ganz normal zu funktionieren, nur um sich dann gleich wieder ohne Vorwarnung zu verabschieden. Ein Martyrium zwischen sinnloser Hoffnung und niederschmetternder Realität. Nach schier unzählbaren Versuchen gebe ich erstere auf und finde mich langsam aber sicher mit der Situation ab.

Irgendwie fühle ich mich auf einmal so gar nicht mehr Web 2.0. Kein Wunder, wäre ich doch schon mit dem guten alten Web 1.0 vollauf zufrieden. Wie nun Testgeräte ordern, Pressestellen an überfällige Bestellungen erinnern oder Recherche betreiben? In meiner Not lasse ich mich zu einer Verzweiflungstat hinreißen, die mich an den tiefsten Abgrund meiner hochtechnisierten Seele bringt - ans Telefon.

Links zum Thema