Mit dem Handyvertrag ein Schnäppchen machen
Schubladenverträge - Fernseher oder Laptop statt Handy
Handy
Handykunden werden seit jeher mit attraktiven Geschenken geködert. Denn die Netzbetreiber und Provider locken mit günstigen Handys oder gar Spielkonsolen, Flachbildfernsehern und Motorrollern. Oft liegt der Wert dieser Beigaben deutlich über der zu zahlenden Grundgebühr des Vertrages. So ist es allzu verlockend, einen Vertrag abzuschließen und nicht damit zu telefonieren. Wie funktioniert dieses Provisions-System?
Inhalt
- Warum Subventionen?
- Der Händler erklärt sein Geschäft
- Kein Verlustgeschäft für die Provider
- Schwarze Schafe
- "Keiner hat etwas zu verschenken"
- Finanzielle Fußangeln
- Der 272-Euro-Motorroller
- Fazit
Subventionen klingen zunächst nach teuren Arbeitsplätzen in der Bergbaubranche oder subventionierten Ernteüberschüssen in der EU, die mangels Abnehmer ins Meer geschüttet werden. Doch es kann auch auch etwas Positives sein. Wer einen neuen Handyvertrag sucht, stößt ebenfalls auf Subventionen. Bei besonders großzügigen Beigaben kann es sich lohnen, den Vertrag ruhen zu lassen, die SIM-Karten verschwinden ungenutzt in den Unterlagen - ein so genannter Schubladenvertrag.
Statistisch gesehen hat jeder Deutsche mehr als ein Handy. Es gibt mehr Mobilfunkgeräte als Einwohner in Deutschland. "Es gibt kaum noch Zuwächse auf dem Markt, es findet fast nur noch Verdrängung statt", sagt Thomas Hagen von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Die Betreiber schnappen sich die Kunden gegenseitig weg. Schon seit jeher versuchten die Netzbetreiber, mit subventionierten Geräten Kunden zu angeln. Doch die meisten dieser günstigen Geräte sind keineswegs gratis: Durch die Grundgebühr holt sich der Anbieter das Geld wieder herein.

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Bei Sparverträgen gibt es lediglich Einsteigerhandys dazu.
Es gibt jedoch auch Fälle, wo der Kunde spart. Ein Flachbildfernseher im Wert von 700 Euro beispielsweise - zum Gegenwert von etwa 480 Euro Grundgebühren. Zwei veraltete Handys gibt es oben drauf. Statt dem Fernseher kann auch ein Laptop oder Motorroller als lohnende Beigabe winken. Der Kunde schließt dabei zwei Verträge mit einer monatlichen Grundgebühr von jeweils knapp zehn Euro ab. Klingt wie ein gutes Geschäft. Wie kommen die Angebote zustande, gibt es einen Haken bei der Sache und wer bleibt letztlich auf den Kosten sitzen?
Der Händler erklärt sein Geschäft
Wir sprachen mit einem Händler, der namentlich nicht genannt werden möchte. Er erklärt, wie er die Angebote kalkuliert. Für jeden abgeschlossenen Vertrag bekommen die Händler eine stattliche Provision vom Provider. Von diesem Geld werden die Vertragsbeigaben wie der Roller gekauft. Für den Händler bleibt dabei noch etwas übrig. Damit sich der Aufwand lohnt, achtet er darauf, die Beigaben durch Mengenrabatt besonders günstig zu beziehen. "Wir bekommen die Provision vom Provider, der Rest ist Zahlenspielerei", fasst er zusammen. Dass viele dieser abgeschlossenen Verträge niemals zum Telefonieren benutzt werden, ist dem Händler bewusst: "Davon ist auszugehen", sagt er.
Doch nicht alle Anbieter zahlen den Händlern gleich viel Provision: "Bei den reinen Providern ist die Provision höher als bei den Netzbetreibern", bestätigt uns der Händler. Provider sind Wiederverkäufer ohne eigenes Netz wie beispielsweise Debitel oder mobilcom. Eine Anfrage beim Netzbetreiber E-Plus unterstreicht dies. "Wir subventionieren kaum noch", sagt Pressesprecher Jörg Carsten Müller. Stattdessen setze man verstärkt darauf, "SIM-only"-Verträge anzubieten, die ohne subventioniertes Handy abgeschlossen werden.
Auf Händler, die auf eigene Initiative günstige Pakete mit verlockenden Extras zusammenstellen, ist E-Plus nicht gut zu sprechen: "So etwas unterstützen wir nicht", erklärt Müller. Die E-Plus-Händler werden angehalten, keine billigen Pakete zu schnüren. E-Plus ist von der neuen Strategie überzeugt: "Der Markt versteht, dass es sich eher lohnt, das Handy einzeln zu kaufen", sagt Jörg Carsten Müller.
Jetzt sind Sie dran.
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