Silva Solar II: Sonne tanken für den MP3-Player

Fazit: Klimaschutz kostet

Solange die Solarzellen direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, liefert der Solar II genügend Energie, um etwa einen iPod Mini über ein Powerpod-Adapter aufzuladen - auch bei ungünstiger Ausrichtung und niedrigem Sonnenstand. Verschwindet die Sonne hinter einer Wolke, kommt das Ladegerät bei genügend blauem Resthimmel und nicht allzu schlechter Ausrichtung ebenfalls noch zurande. Ist das Zentralgestirn hinter vielen Wolken noch zu erahnen, muss die Solarzelle schon gut ausgerichtet sein - sonst reicht es für den im Test genutzten iPod mini nicht.

Wie bei vielen aktuellen Kleingeräten kommt auch beim iPod Mini ein Lithium-Ionen-Akku zum Einsatz. Genau wie die moderneren Lithium-Polymer-Akkus ist deren Handhabung gefährlich, wenn sie grob falsch geladen werden. "Aus diesem Grund hat die iPod-Ladeelektronik einen integrierten Überspannungsschutz," versichtert Frank Limbacher von Apple Deutschland. "Bei zu niedrigem Eingangsstrom wird der Ladevorgang dagegen gar nicht erst in Gang gesetzt." Ähnliches dürfte für alle Endgeräte mit Lithium-Akku gelten.

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Mit kurzen Ladeintervallen bei wechselnden Lichtverhältnissen sollten beide Lithium-Akkutypen weniger Probleme haben. Ältere Nickel-Cadmium- oder Nickel-Metallhydrid-Akkus würden darunter aber leiden: Der Memory-Effekt lässt grüßen. Trotzdem rät Limbacher zur Vorsicht. "Je nach Qualität des Ladegeräts kann man nicht vollkommen ausschließen, dass der Akku Schaden nimmt." Bei solarer Stromversorgung empfiehlt Limbacher deshalb, nur Ladegeräte zwischenzuschalten, die für das jeweilige Endgerät konstruiert wurden. "Im Schadensfall könnte der Hersteller allerdings trotzdem von unsachgemäßer Handhabung sprechen - das hätte Auswirkungen auf die Garantie."

Spritzwasserfest und robust eignet sich der Silva Solar II gut für den mobilen Outdoor-Einsatz. Die Leistung reicht nicht nur zum Laden von Kleingeräten völlig aus, sondern beispielsweise auch für den direkten Betrieb eines Weltempfänger-Radios. Die Crux jeglicher Solartechnik: Ohne integrierten Akku ist der Nutzer komplett vom Wetter abhängig. Und mit einem Preis von rund 120 Euro in diversen Online-Shops ist der Silva Solar II nicht gerade günstig.

Für das gleich Geld könnte man etwa 250 AA-Batterien erwerben. Idealisten würden jetzt anmerken, dass der Solarlader in der Umweltbilanz wesentlich besser abschneidet - und gerade bei langfristiger Nutzung richtig Geld spart. In jedem Fall kommt der Silva Solar II mit deutlich weniger Platz in oder besser auf der Tasche aus. Auch die Schwerkraft wirkt nicht unerheblich auf 250 AA-Batterien. Dafür sind sie jederzeit verfügbar.

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