"Big Brain Academy" für Wii und "Mehr Gehirnjogging" für Nintendo DS
Denksport: Zu Gast bei Nintendos Gehirnjogging-Workshop
Gaming
Als Neuling fällt es nicht schwer, den Einstieg in den zweiten Teil des Bestsellers für die Nintendo DS zu finden. Den Namen eingeben, um ein eigenes Profil anzulegen und schon kann es losgehen. So kann auch die ganze Familie ihr Hirn trainieren, jeder mit eigenem Trainingsprofil. Vor dem Training steht der gefürchtete Einstufungstest. Nichts wäre jetzt schlimmer, als ein Hirn im Greisenalter attestiert zu bekommen. Damit ist zumindest der erste Ehrgeiz schon einmal geweckt. Mit mäßigem Erfolg: "Ihr geistiges Alter entspricht 52 Jahren". Immerhin besser als Jörg Pilawa in der Werbung. Aber ob das echt war?
Von leise pochenden Selbstzweifeln geplagt, startet nun das eigentliche Training. Das Spiel sieht vor, jeden Tag ein paar Minuten etwas für sein Hirn zu tun. Dafür gibt es Stempel in den Kalender. Fleißpunkte fast wie in der Grundschule. Inzwischen sind alle Besucher konzentriert auf die weißen Handhelds fixiert. Erstauntes Lachen oder lautes Aufstöhnen verrät, dass wohl kaum jemand der Anwesenden vom Spiel als besonders jugendlich eingeschätzt wurde. Doch die bitteren Testergebnisse müssen nicht immer Zeichen für verkalkte Hirnwindungen sein. Denn hektisch hingekritzelte Buchstaben und Zahlen sind für die DS oft nicht zu lesen. Neu schreiben ist dann angesagt, was wertvolle Zeit kostet und damit die Bewertung oder Trainingsleistung herabstuft. Doppeltes Pech, wenn der Buchstabe gar falsch erkannt wird.

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Netzwelt-Redakteurin Yasmin Kötter mit der DS
(Klick vergrößert.)
Unkommunikativer Dr. Kawashima
Gleich kistenweise wurden die Nintendo DS verteilt, sodass fast jeder ein eigenes Testgerät in den Händen hält. Kein Wunder, dass nun konzentrierte Ruhe eingekehrt ist. Mit jeder Übung wird man besser. So kommt das Gefühl auf, dass ein großer Teil der Beurteilung eher auf den motorischen Fähigkeiten beruht. Je schneller und sicherer der Touchpen geschwungen wird, desto zuverlässiger gelingt die Eingabe in den DS, damit verbessern sich auch die Ergebnisse. Nach drei verschiedenen Einheiten ist jedoch zunächst Schluss. Mehr als einmal täglich können die einzelnen Übungen nicht gemacht werden.
Aber auch schon nach so wenigen Trainingseinheiten zeigt sich, dass Dr. Kawashima nicht besonders kommunikativ ist. Er plaudert zwar zur Begrüßung vor der Übung fröhlich los, wiederholt sich dabei aber oft und hat nur wenig Substanzielles zu sagen. Auch nach den Übungen wären individuellere Beurteilungen und Tipps wünschenswert. Der echte Dr. Ryuta Kawashima, der Medizinprofessor von der Tohoku-Universität in Japan, hätte hier sicherlich mehr zu sagen als sein virtuelles Abbild.

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Konzentrierte Atmosphäre
(Klick vergrößert.)
Mittlerweile haben einige von der DS abgelassen. Die greifbare, konzentrierte Stille im Raum lässt nach, der Geselligkeitsfaktor steigt. Häppchen werden gereicht - Smalltalk-Atmosphäre. Jeder will jetzt einmal mit Christiane Spenger sprechen. "Wie kamst du dazu, was machst du sonst so?" Diese Fragen musste die 20-Jährige heute Abend sicherlich ein Dutzend Mal beantworten. Und sie tut es höflich, geduldig und stets mit einem Lächeln im Gesicht. Routine für die junge Frau. Mit 16 schrieb sie ihr erstes Buch, sie trat bereits häufig im Fernsehen auf und macht regelmäßig Veranstaltungen für Unternehmen. So wie heute Abend.
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