NAS-Router im Test: Edimax BR-6215SRg
Wählerisch in Sachen Drucker
Wenn es um die Freigabe angeschlossener Laufwerke geht, wollen ebenfalls Nutzer und Gruppen definiert werden. Diesen kann der Administrator dann unterschiedliche Lese- und Schreibrechte für Verzeichnisse auf einer angeschlossenen USB-Festplatte zuordnen. So können zum Beispiel SMB-Netzlaufwerke für einzelne Benutzer eingerichtet werden, auf die niemand sonst Zugriff hat. Parallel dazu kann ein anderes Verzeichnis als gemeinsam genutztes Laufwerk eingebunden werden.
Dem Administrator bleibt auch überlassen, den übrigen Nutzern per FTP einen Zugriff von außerhalb zu gewährleisten. Für jeden Freigabeordner ist dies individuell einstellbar. Damit die separaten Freigaben überhaupt funktionieren, muss die angeschlossene USB-Platte in einem der Dateisysteme FAT16, FAT32 oder EXT2 formatiert sein. NTFS-Laufwerke und USB-Sticks können dagegen nur als einfaches Share-Laufwerk in das Netzwerk eingebunden werden werden.
Da das Management der Datenträgerfreigaben nur am USB-Port Nummer eins uneingeschränkt funktioniert, wird der Drucker meist an den zweiten Port angeschlossen. Abgesehen von der Bereitstellung des Druckers für Internet-Printing, also das Drucken von unterwegs, verfügt die Druckerverwaltung des BR-6215SRg nicht über weitere Freigaberechte: Drucken kann, wer mit dem lokalen Netzwerk verbunden ist und die richtigen Porteinstellungen kennt.
Dass der Edimax-Router einen Multifunktionsdrucker mit integriertem Scanner lediglich zur Ausgabe von Datei-Inhalten auf Papier benutzen kann, war von vorn herein klar. Dass der angeschlossene PSC 1100 von HP dem Router selbst diesen Dienst verweigerte, war wenig erfreulich. Der zweite zum Test herangezogene Drucker, ein Epson Stylus Photo R300, machte jedoch keine Probleme. Ob ein eventuell vorhandener USB-Drucker am Edimax-Router läuft, muss der Käufer derzeit selbst ausprobieren: Eine Liste mit kompatibler oder getesteter Drucker-Hardware stellt Edimax nicht bereit.
Von wertvollen Default-Einstellungen
"We highly recommend you keep the default settings" ist einer der Sätze des englischsprachigen Konfigurationsmenüs, die manchen Administrator sicher wundern werden. Alles in der Standardeinstellung lassen? Trifft dieser Ratschlag auf fortgeschrittene WLAN- und DSL-Einstellungen noch zu, ist seine Anwendung auf die allgemeine Konfiguration grob fahrlässig: Das WLAN sendet ab Werk unverschlüsselt, Benutzername und Default-Passwort braucht ein potenzielle Angreifer nicht einmal in der Online-Liste nachzusehen: Wie alle anderen Edimax-Geräte auch, weist der BR-6215SRg schon in der Passwortabfrage für die Konfigurationsoberfläche auf die Standardeinstellungen hin.
Zudem ist per default die Firewall abgestellt. Das ist allerdings nicht ganz so tragisch, wie es klingt: Der NAT-Portfilter ist trotzdem aktiv, der Administrator kann gezielt Ports für diverse Anwendungen freigeben und außerdem einen Virtual Server einrichten, der alle unbekannten Anfragen aus dem Internet entgegen nimmt. Die übrigen Schutzmechanismen vor DoS-Attacken oder Port-Scans werden dagegen erst mit der Firewall eingeschaltet. Dazu zählt auch ein Mac- und IP-Adressfilter im kabelgebundenen Netzwerk, eine virtuelle DMZ sowie ein URL-Blocker.
Insgesamt ist das Konfigurationsmenü recht übersichtlich gestaltet. Das liegt aber auch an der fehlenden Online-Hilfe. Treten bei der Konfiguration Fragen auf, muss das ebenfalls englischsprachige PDF-Handbuch auf der mitgelieferten CD herangezogen werden. Dieses ist mit 83 Seiten sehr umfangreich und hilft auch bei der Einrichtung des Netzwerkdruckers unter Windows XP weiter.
