Ratgeber: Stromspar-PC im Eigenbau
Arbeitsspeicher
Kleinvieh macht auch Mist: In Relation zu den größten Stromfressern wie Prozessor, Grafikkarte und Mainboard trägt der Arbeitsspeicher keinen großen Anteil an der Gesamtbilanz. Dennoch lässt sich hier durchaus das eine oder andere Watt einsparen. Etwa mit DDR2-Speicher, der im Gegensatz zum älteren DDR-Standard mit einer Spannung von lediglich 1,8 statt 2,6 Volt operiert. Zumindest bei gewöhnlichen Modulen.
Ein buntes Wärmeleitblech auf dem RAM-Riegel steht oftmals nicht bloß als Indiz für mehr Geschwindigkeit, sondern auch für mehr Stromverbrauch. Spezieller Speicher für Overclocking oder besonders kurze Latenzzeiten benötigt für den stabilen Betrieb eine höhere Spannung von mitunter über zwei Volt, die den Verbrauchsvorteil zumindest teilweise wieder zunichte macht. Auch die Kapazität spielt eine Rolle - mehr als ein Gigabyte Arbeitsspeicher ist für ein simples Büro-System schlichtweg übertrieben.

Netzteil
Wider besseren Wissens verbauen manche privaten oder gewerblichen Bastler aus Angst vor Energiemangel lieber gleich ein völlig überdimensioniertes Netzteil. Entscheidend ist der Wirkungsgrad: Eine sehr gute Stromversorgung erreicht eine Effizienz von bis zu 85 Prozent. Bei einem 1.000-Watt-Netzteil mit diesem Wert würden grob geschätzt etwa 15 Prozent beziehungsweise 150 Watt ungenutzt als Wärme verpuffen. In einem Stromspar-PC mit einem Bedarf von 100 Watt hat selbst ein 500-Watt-Netzteil herzlich wenig zu suchen.
Weniger als 400 Watt gibt der Markt derzeit ohnehin nicht her, deshalb darf ruhig am unteren Ende der Messlatte begonnen werden. Nahezu perfekt wäre ein Netzteil, das bei einer Auslastung von circa 80 Prozent den maximalen Energieverbrauch des Komplettsystems deckt. Denn in diesem Bereich entwickelt es in der Regel den höchsten Wirkungsgrad. Wird das Netzteil hingegen bis zur Obergrenze ausgereizt, erhöhen sich die internen Widerstände und der Wirkungsgrad verschlechtert sich wieder.

Ein Flachbildschirm braucht wenig und spart Platz.
Bildschirm
Bei der PC-Montage bleibt der Bildschirm zwar sprichwörtlich außen vor, spielt aber dennoch eine nicht unerhebliche Rolle. Denn ein flimmernder Röhrenmonitor schadet nicht nur den Augen, sondern auch den Finanzen. Bei vergleichbarer Bildgröße verschlingt ein TFT-Display bis zu fünf Mal weniger Strom, dies zeigte ein netzwelt-Vergleich zwischen einem der letzten neuen Röhrenmonitore und einem aktuellen Flachbildschirm. Um beim Energieverbrauch einer 22-Zoll-Röhre mithalten zu können, müsste die Diagonale eines Flachbildschirms schon etwa 30 Zoll betragen.
Schlusswort
Beim Kauf oder eigenhändigen Zusammenbau eines neuen PCs kann es nie schaden, auch dem Kleingedruckten Beachtung zu schenken. Nicht nur bei den hungrigsten Stromfressern wie Prozessor und Grafikkarte können Laien viel falsch machen, auch andere Komponenten leisten einen mehr oder weniger entscheidenden Beitrag zum Stromverbrauch des Rechners. Mit der hervorragenden Energie-Effizienz eines Notebooks hält zwar noch kein PC mit, doch mit der richtigen Hardware kommen Sie immerhin ein gutes Stück näher heran.

Im Forum diskutierenBeiträgeinsgesamt 5 Beiträge
"Bei vergleichbarer Bildgröße verschlingt ein TFT-Display bis zu fünf Mal weniger Strom" Wie soll ich denn das verstehen? Ein Röhrenmonitor verbraucht zum Beispiel 100W, der TFT 5 mal weniger, also 500W...
Sorry aber ein Netbook fehlen mir etliche Funktionen, dann schon eher ein vernünftigen PC der effektiv Strom spart und zu dem mit SSD Festplatte auch die nötige Performance bietet siehe: www.green-pc-server.de
Wer richtig extrem stromsparen will sollte sich ein netbook mit Atom-z kaufen, z.b. Asus 1101HA. den amtom-z gibts nämlich einzeln nicht. Und den dann einfach an einen grossen monitor...
für alle, die, so wie ich, nicht selber bauen wollen: auf www.pcgreen.de gibts auch stromspar pc. laut anderen foren soll er garnicht so übel sein. ich hab mir auf jeden fall gerade mal einen bestellt :)
Wer sich einen noch sparsameren Rechner bauen will, sollte mal auf Teil I: 15 Watt PC im Selbstbau (erste Photos) schauen. Dort wird der Selbstbau eines 15 Watt PCs erklärt.