Verkehrte Netzwelt: 10 Gründe, Fernsehen zu hassen
Zehn Gründe, öffentlich-rechtliches Fernsehen zu lieben
1. Echte Nachrichten: Hier erfahre ich, was auf der Welt vor sich geht, nicht in den Köpfen von Möchtegern-Superstars, B-Promis oder musikalisch völlig untalentierten Plattenverkäufern.
2. Nachrichtensprecher ohne Sprachfehler: Dieses Thema spricht für sich. In der Tagesschau hat meines Wissens noch niemand ein "Pontifax" empfangen.
3. Münster-Tatort: Jan-Josef Liefers in Bestform. Außerdem sehen im Gegensatz zum Wunschpublikum der Privatsender auch Menschen zu, die wissen, wer "Alberich" ist.
4. Schwedische Krimis: Wer noch unschlüssig ist, ob er sich lieber in psychologische Behandlung begeben oder gleich eine Kugel durchs Hirn jagen soll, dem dürfte die Entscheidung danach sehr leicht fallen. Wenn alle potenziellen Straftäter sehen würden, wie deprimierend Schwerverbrechen sein können, würden es sich viele bestimmt anders überlegen. Ob die düsteren Szenarien von rauer Landschaft, menschlicher Schlechtigkeit und ermittelnden Saufnasen die skandinavische Tourismusbranche antreiben, ist jedoch eher fraglich.
5. Polylux: Eine gekonnte Kombination von Reportage und Satire mit einem absolut treffsicheren Riecher für aktuelle Themen, bei der kein Blatt vor den Mund genommen wird. Moderiert wird das Ganze von einer charismatischen Tita von Hardenberg. Etwas Vergleichbares auf einem Privatsender? Undenkbar.
6. NDR Extra 3: Bissige bis bisweilen böse Satire erster Güte. Wer gerade keine vier Euro für die neueste Titanic-Ausgabe berappen kann und brav seine GEZ-Gebühren zahlt, sollte im Spätabendprogramm die Augen offen halten.
7. Kabarett: Manchmal verirrt sich ein renommierter Kabarett-Künstler auch einmal zu einem Privatsender. Doch bei den Öffentlich-Rechtlichen tun sie das, was sie am besten können.
8. Reiseberichte: Nicht nur ästhetisch korrekte Kamerafahrten und malerische Sonnenuntergänge in bester Postkarten-Manier, sondern auch kritische Hintergründe. Keine hundertste Auswanderer-Reportage über deutsche Mitbürger, die bar jeglicher Sprach- und Kulturkenntnisse in die Ferne schweifen und sich über eine problematische Eingliederung wundern.
9. Keine Sex-Hotline-Spots: Beim Herumzappen zu später Stunde muss sich niemand schämen, ein Mann zu sein oder auf japanische Zeichentrickfilme zu stehen.
10. Ratgeber: Brauchbares Wissen rund um Finanzen, Recht und Alltägliches, in der Regel akkurat recherchiert und fundiert vermittelt. Leider konnte noch keine Sendung zufriedenstellend klären, was übermäßiger Fernsehkonsum dem menschlichen Geist tatsächlich antut - egal, ob privat oder öffentlich-rechtlich.

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Ich weiß schon, warum ich kein fernsehe...Internet und DVDs reichen schon zur Verblödung :D