Privatfernsehen vs. öffentlich-rechtliches Fernsehen
Verkehrte Netzwelt: 10 Gründe, Fernsehen zu hassen
Das Fernsehen, unendliche Weiten. Wir befinden uns in der unmittelbaren Gegenwart. Dies sind die Abenteuer eines netzwelt-Redakteurs, der durch viele Kanäle zappen musste, um interessante Sendungen zu entdecken, intelligente Lebensformen und neue Kreationen. Er dringt dabei in Gegenden vor, die nie ein Mensch jemals sehen sollte. Zehn Pros und Contras, welche die TV-Landschaft liebens- und hassenswert machen.
Inhaltsverzeichnis
- 1Zehn Gründe, Privatfernsehen zu hassen
- 2Zehn Gründe, Privatfernsehen zu lieben
- 3Zehn Gründe, öffentlich-rechtliches Fernsehen zu hassen
- 4Zehn Gründe, öffentlich-rechtliches Fernsehen zu lieben
Zehn Gründe, Privatfernsehen zu hassen
1. Phlegmatische Zeitrechnung: Weshalb bedeutet "gleich" mindestens fünf Minuten Warten und "jetzt", dass es erst nach einem Werbespot weitergeht?
2. Infotainment: Den Machern gelingt das schier unglaubliche Kunststück, dass man sich nach einer so genannten Wissenssendung sogar noch dümmer fühlt als vorher.
3. Einfallslosigkeit: Lieber bei anderen abschreiben, als selbst etwas wirklich Innovatives auf die Beine zu stellen. Und dann nicht einmal versuchen, die platten Plagiate zu kaschieren. Aktuelles Beispiel: Angespornt vom Erfolg der forensischen "CSI"-Seuche, kurz für "Crime Scene Investigation" und natürlich nicht zu verwechseln mit dem "Naval Criminal Investigative Service" Navy CIS, durfte auch eine deutsche Variante nicht fehlen - "RIS". Immerhin reichte die Kreativität gerade noch für die Änderung des Anfangsbuchstabens, obwohl "Alarm für 08/15" den Inhalt sicher treffender beschreiben würde.
4. US-Serienwahn: Entweder benutze ich die Fernbedienung immer zum falschen Zeitpunkt oder es laufen vornehmlich amerikanische Serien mit reproduzierbaren Charakteren und Sprüchen. Selbst wenn die Regisseure die Darsteller tauschen würden, mir würde es nicht einmal auffallen. Typisches Szenario: Adrett gekleideter Endzwanziger tröstet kostümtragende Karrieretussi mit dem Spruch "Ich weiß, wie Du Dich fühlst." Wie ich mich dabei fühle, wenn ich ständig dieselbe verbale Einfallslosigkeit aufs Ohr gedrückt bekomme, interessiert leider niemanden. Übrigens: Ist Ihnen einmal aufgefallen, wie oft in den US-Serien das Wort "Vagina" fällt? Doch seit "Sex and the city" gilt es sowieso als schick, Prüderie mit frustriertem Gebrabbel über Geschlechtsverkehrsmittel totzuquatschen.
5. Comedy: Die gehypten Kommödianten mögen im Privatleben ein gutes Herz haben, alten Damen über die Straße helfen oder vielleicht sogar etwas im Kopf haben. Sie sind alles, bloß leider fast nie wirklich lustig.
6. Unwichtige Promis und Neureiche: Es interessiert mich nicht, ob sich Tom Cruise die Scientology-Gehirnwäsche von einem päpstlich anerkannten Exorzisten austreiben lässt oder die Nasenhaare von Paris Hilton per Laser entfernt werden.
8. Englisch für Dummies: Der gute alte Krimi ist wohl nicht mehr gut genug? "Crime" klingt ja auch viel cooler und irgendwie hip. Wenn man sich nicht schon durch Qualität auszeichnen kann, dann immerhin durch völlig deplatziertes Denglisch. Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn ein "made by" einen vom Sender selbst erschaffenen Spielfilm ankündigt - manche Werbespots sind besser produziert.
9. Entnerven statt entspannen: Sehr appetitlich, beim Mittagessen einem meist ungepflegten und völlig verblödeten Pöbel beim Pöbeln zuzusehen. Dazu ein weiblicher oder männlicher Moderator, der die Diskussion, die eigentlich gar keine ist und nur aus gegenseitigen Unterstellungen, wüsten Beschimpfungen und Gossen-Rethorik besteht, mit selbstgefälligem Lächeln anheizt und sich dennoch für etwas Besseres hält.
10. Werbung: Nicht genug damit, dass Werbung während des Films, im Abspann - sofern vorhanden - und sogar nach der Werbung läuft. Nein, zusätzlich werden die Zuschauer mit dümmlicher Eigenwerbung gequält, die der Reputation des Senders wahrscheinlich mehr Schaden zufügt als eine ständig zugeschneite Wetterfee, die vor laufender Kamera kokst.
11. Mangelnde Ehrlichkeit: Warum sind die "besten Filme aller Zeiten" oft nur alte Ladenhüter, die keiner mehr sehen möchte?
12. Deshalb: Weil zehn Punkte bei weitem nicht ausreichen, um alle Grausamkeiten erschöpfend aufzulisten.
Links zum Thema
- Verkehrte Netzwelt: Das Leben als Tutorial
- Verkehrte Netzwelt: Weh oh Weh, WoW
- Verkehrte Netzwelt: Zu viel Geld im Spiel
- Alle Verkehrten Netzwelten im Überblick

Ich weiß schon, warum ich kein fernsehe...Internet und DVDs reichen schon zur Verblödung :D