Auto-mobiler Traum: Asus Lamborghini VX2 im Test
Schöne Aussicht
In puncto Verarbeitung und Optik überzeugt das VX2 wie kaum ein anderes 15,4-Zoll-Notebook. Um die inneren Werte ist es mindestens ebenso gut bestellt, verrät jedenfalls der erste Blick aufs Datenblatt: Ein Intel Core 2 Duo mit satten 2,16 Gigahertz, zwei Gigabyte RAM und für Spiele ein Nvidia GeForce Go 7700 mit einem halben Gigabyte Grafikspeicher. Hinzu kommt eine großzügig dimensionierte Festplatte mit einem Fassungsvermögen von 160 Gigabyte und ein üppiges Ausstattungspaket.
Schon beim Auspacken oder besser Striptease des Edelrechners fühlt man sich wie ein VIP: Erst muss eine massive Schachtel mit holzartiger Oberfläche aufgeklappt, dann das Luxusgerät aus einer schützenden Hülle aus Pannesamt befreit werden. Passend zur auffälligen Lackierung liegt eine schwarz-gelbe Funkmaus bei, die für die schnurlose Verbindung auf den bereits eingebauten Bluetooth-Empfänger zurückgreift. Ebenfalls vertreten: eine hochwertige Tragetasche sowie ein kleines und lederartiges, aber leider schnell verrutschendes Mousepad. Dabei ist jedes erwähnte Zubehörteil mit den charakteristischen Lamborghini-Insignien versehen.
Was die Anschlussmöglichkeiten angeht, vermittelt das Asus VX2 in etwa so viel Kontaktfreude wie ein in der Fußgängerzone abgestellter Supersportwagen, dessen Fahrer sich gerade aus den Flügeltüren schält. Es steckt ein und teilt aus wie ein Weltmeister: HDMI nebst DVI-Adapter, S-Video, analoger Monitorausgang, Speicherkartenleser, ExpressCard, S/DPDIF, Infrarot, drehbare Webcam, schnelles Wireless LAN 802.11n und ein Fingerabdruckscanner, der beispielsweise beim Windows-Login die mitunter zeitraubende Eingabe eines komplizierten Passworts erübrigt.
Geschmackssache: Mit dem Protz eines echten Lamborghiniskann das Notebook-Pendant nicht mithalten.
Zu den zweifellos wichtigsten Utensilien zählt das mitgelieferte Mikrofaser-Tuch. Bei Bedarf befreit es das hochglänzende, stark spiegelnde Display von Fingerabdrücken und die edle Karosse von Schmutz und Staub. Ein Bildschirm, der je nach dargestellten Inhalten und Lichtverhältnissen locker einen Schminkspiegel ersetzen kann, ist sicherlich nicht die ergonomisch sinnvollste Lösung. Ein Lamborghini-Pilot mit derartigen Reflexionen auf der Windschutzscheibe würde höchstwahrscheinlich nicht sonderlich weit kommen.
Das war aber auch schon beinahe alles, was es an dem VX2-Display auszusetzen gibt. Die Helligkeit reicht zwar bei weitem nicht an die des Spiele-Strahlemanns Asus G2S heran, bleibt ab einer Einstellung von circa 70 Prozent jedoch angenehm und nicht zu dunkel. Der Schwarzwert ist gut, die Ausleuchtung bis auf einen helleren Streifen am unteren Rand weitgehend gleichmäßig. Zudem glänzt das Display mit einer gestochenen Schärfe und kräftigen Farben.
Asus VX2 Lamborghini im Test
Auf der diesjährigen CeBIT stahl ein echter Lamborghini Spyder dem mobilen Luxusartikel die Show, doch im Alltag, Café, Zug oder öffentlichen Verkehrsmittel dürfte es dem Träger des VX2 wohl kaum passieren.
Ansehnlich, aber eigentlich überflüssig: Das Imitat einer Lamborghini-Felge ist im Normalbetrieb leider nicht sichtbar.
Ein Druck auf den Alu-Startknopf, ein weiße LED blinkt auf, dann zwei heiser fauchende Gasstöße. Hier wird nicht etwa ein Supersportwagen angelassen, sondern ein Notebook.
Zwischen dem Links- und Rechtsklick sitzt ein Fingerabdruckscanner als Passwortersatz. Die hakelige Oberfläche des Touchpads enttäuscht.
Aber ist ein Lamborghini elegant? Nein, das Design der italienischen Renner ist martialisch, aggressiv und vielleicht sogar ein wenig brutal.
Wer es etwas unauffälliger mag, kann alternativ zur Variante mit Kohlefaser-Optik greifen, die neidische Blicke aus nächster Nähe dennoch magisch anzieht.
Allein schon der Farbe wegen, die selbst in einer Distanz von mehreren hundert Metern noch ins Auge sticht.
Die Rede ist von keinem geringeren als dem offiziellen Lamborghini-Laptop Asus VX2.
Für den HDMI-Anschluss liegt ein DVI-Adapter für Flachbildschirme bei.
Doch wer braucht solche Eigenschaften schon bei einem Notebook, dass seinen Besitzer tagtäglich begleiten soll, denn da zählen ganz andere Qualitäten.
Mit seiner durch und durch stimmigen Linienführung, die neben harten Ecken und Kanten auch sanftere Rundungen vereint, sind Parallelen zu einem eleganten Straßensportwagen keineswegs zu weit hergeholt.
Aber was für ein Notebook: Gelber Glanzlack, auf den so mancher Autobesitzer stolz wäre, edle Details aus Leichtmetall und ein in Leder ausgeschlagenes Interieur.
Über die vorinstallierte "Splendid"-Software lässt sich die Anzeige für verschiedene Anwendungen in fünf Stufen verstellen. Für ein Notebook stuft der Bildschirm bei Farbverläufen relativ fein ab und bringt sehr breite horizontale Blickwinkel mit. Vertikal gesehen sind die möglichen Sichtwinkel eher mittelmäßig, da schnell ein zu dunkles oder helles Bild entsteht. Wer richtig sitzt, den belohnen die 1.680 x 1.050 Pixel im Breitbildformat mit einer schönen Video-Darstellung. Mehr eine Strafe sind hingegen die substanzlos und schwach klingenden Lautsprecher.

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