Die Herstellung und Entsorgung des Computers
Das Leben nach dem Tod

"Wir müssen uns fragen, ob die jetzige Strategie richtig ist". Man könnte Computer beispielsweise modularer aufbauen, um einzelne Komponenten leichter ersetzen zu können, erklärt der Experte. Eine andere Möglichkeit wäre, mehr auf zentrale Rechnerstrukturen zu bauen. Dann würde ein großer Rechner als Server in einem Netzwerk genügen. Die restlichen PCs am Arbeitsplatz müssten lediglich Clients mit Bildschirm und Tastatur sein. Die Programme werden auf dem Server ausgeführt.
Wenn der Computer ausgedient hat, kann er wie jedes Elektrogerät seit März 2006 kostenlos an bestimmten Abgabestellen abgeliefert werden. Dies ist durch das "Elektrogesetz" geregelt, das die Hersteller elektrischer Geräte zu zwingt, die Entsorgung der verkauften Fernseher, Computer oder ähnlichem zu organisieren. Doch was passiert mit den Computern? Im Idealfall landen die Bauteile nicht auf der Müllhalde, sondern werden so gut wie möglich recycelt.
65 Prozent der Materialien eines PCs können wiederverwendet werden, davon alleine 95 Prozent des Metallanteils. 10 Prozent des Rechners werden im Schnitt verbrannt. Bauteile wie Mikrochips eignen sich nicht zur Wiederverwendung. Doch längst nicht immer werden die ausgemustertern Computer so gut aufgearbeitet. Viele Rechner gelangen dort hin, wo sie entstanden sind: nach Asien. Dort werden die Komponenten unter unwürdigen Bedingungen ausgeschlachtet. Ein zynischer Kreislauf. Männer, Frauen und Kinder sind oft den ganzen Tag damit beschäftigt, bei Elektroverwertern die brauchbaren Teile zu gewinnen.

Dafür werden Kabel in offenem Feuer verkohlt, um die Isolierungen zu verbrennen und so an das kostbare Kupfer zu gelangen. Die Alternative zum Feuer sind gefährliche Säurebäder, die das Gummi wegätzen. Besonders ältere Computer enthalten gefährliche Stoffe wie PCB und PBB, die krebserregend sind. Die Menschen sind diesen Stoffen den ganzen Tag ausgesetzt und auch ihr Umfeld wird von den Computerabfällen vergiftet. Oft gelangt der Elektroschrott auf illegalem Wege in die Entsorgungsgebiete in China oder Indien.
Um die Probleme der Entsorgung des Elektroschrotts zu bekämpfen, haben die Vereinten Nationen eine Initiative ins Leben gerufen. "StEP" steht für "Solving the E-Waste Problem" - das Elektroschrottproblem lösen. Sie hat das Ziel, die Verwendung der Ressourcen zu optimieren, Giftstoffe zu verbannen und die Bevölkerung sowie Unternehmen für das Problem zu sensibilisieren.
Was jeder tun kann
Was kann der Verbraucher tun? Im einfachsten Fall kurz innehalten. Muss es ein neuer Computer sein? Kann der alte vielleicht auch aufgerüstet werden? Aber niemand soll gezwungen sein, eine ältere Kiste auf Ewigkeiten zu benutzen. Ein anderer Ansatz ist es, den Herstellern auf die Finger zu schauen. Kaum ein Konsument kann wissen, wie eine Firma produziert und wie gut sie sich um die Verwertung kümmert. Da kann eine Untersuchung von Greenpeace eine Hilfe sein. In ihrem "Guide to greener electronics" zeigen sie, wie bemüht die Computer und Handyhersteller sind, ihre Produkte umweltfreundlich zu bauen.
Wenn schon ein neuer Rechner ins Haus soll, kann es sich lohnen, über einen Laptop nachzudenken. Sofern die Spieleleistung nicht entscheidend ist, kann so ein Notebook im Vergleich zu einem Desktop praktischer und zudem deutlich sparsamer beim Stromverbrauch sein. Und die Herstellung ist ebenfalls schonender für die Umwelt.

Sagen Sie Ihre Meinung!