700 oder 701? Kleiner aber feiner Unterschied
Kurztest: T-Com-Router Speedport W 701V
Wer in diesen Tagen einen DSL-Anschluss bei der Telekom bestellt, bekommt selbst zum kleinsten Komplettpaket den weißen Speedport-Router W 700V kostenlos mitgeliefert. Oder auch den W 701V. Doch gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen den beiden Geräten?
Standfuß und Kabelschutz in einem: Die Rückseite des Gehäuses wirkt durchdacht. Allerdings steht der Router bei der Wandmontage recht weit vom Mauerwerk ab.
Die Verwirrung ist perfekt: Wer sich auf den Internetseiten von T-Online ein DSL-Anschlusspaket zusammenstellt, findet lediglich das Modell W 700V. Im T-Punkt um die Ecke lagert ausschließlich der W 701V. Um beide Geräte vergleichen zu können, muss man schon die Suche im Online-Shop der T-Com bemühen. Doch das macht es nicht unbedingt einfacher: Beide Geräte kosten ohne DSL-Paket 130 Euro, die Liste der Leistungsmerkmale ist nicht wie erwartet beim W 701V, sondern beim W 700V deutlich länger.
Inhalt
Drei Geräte, ein Gehäuse
Der Speedport W 701V steckt im gleichen Gehäuse wie auch W 700V und W 900V. Dementsprechend ist die DECT-Taste auf der Geräterückseite bei den Speedports der 700er-Reihe ohne Funktion: Über eine Basis für Schnurlostelefone verfügt nur das momentane Flaggschiff der Telekom-Router, der W 900V. Der zweite Schalter tut dagegen seinen Dienst: Er sorgt für das Ein- und Ausschalten des WLANs. Die kleine Versenkung am rechten Geräterand zeugt ebenfalls von einheitlichem Gehäuse-Design: An der gleichen Stelle sitzt beim W 900V ein USB-Zubehöranschluss.
Sowohl der W 700V als auch der W 701V lassen sich an DSL-Anschlüssen der Telekom sowie über ein externes Modem auch am VDSL-Anschluss betreiben. Bis zu zehn Voice-over-IP-Leitungen nach SIP-Standard können auf die beiden analogen Telefonanschlüsse geschaltet werden. ISDN oder analoge Festnetztelefonie lassen sich ebenso nutzen. Sobald ein Gespräch über die Festnetzleitung den Speedport verlässt, ertönt ein kurzes Signal, um auf die höheren Festnetz-Minutenpreise hinzuweisen. Konfigurierbare Preselection-Nummern für das Festnetz gibt es bei den T-Com-Router erwartungsgemäß nicht.
Für das heimische Netzwerk stehen vier LAN-Anschlüsse und ein WLAN-Modul zur Verfügung, das die gängigen Funkstandards 802.11b und g beherrscht. Für mehr Sicherheit im Funknetz sorgen die Verschlüsselungsmethoden WPA und WPA2. Den Internet-Datenverkehr überwacht ein Paketfilter. Sämtliche Einstellungen am Router werden über eine Konfigurationsoberfläche vorgenommen, die sich mit jedem Internetbrowser öffnen lässt. Bei der ersten Einrichtung hilft ein Schritt-für-Schritt-Assistent.
Innenleben als Schlüssel
Zurück zur eigentlichen Frage: Sowohl in Funktion als auch Handhabung sind Speedport W 700V und W 701V nahezu identisch. "Die Geräte sind lediglich für die verschiedenen Vertriebskanäle vorgesehen," weiß Alexandra Hürter-Waasem aus der T-Com-Zentrale. Den Speedport W 700V gibt es folglich also bei T-Online, den W 701V im T-Punkt. Dort gewährt die Verkäuferin jedoch tiefere Einblicke: "Der Speedport W 700V wird von Siemens, der W 701V von AVM hergestellt." Aha. Und kann sich der Kunde aussuchen, welches Gerät er haben möchte? "Leider nicht, wir haben nur das 701er vorrätig."
Das ist aber gar nicht mal so schlimm, denn mit dem OEM-Produkt aus dem Hause AVM trifft der Kunde nach Auffassung von netzwelt die bessere Wahl: Im Gehäuse des W 701V steckt nämlich die gleiche Hardware wie in der Fritz!Box 7050; lediglich das ohnehin verzichtbare USB-Äquivalent zum Netzwerkanschluss fehlt. Der Unterschied zwischen 700 und 701 wird auch in Sachen Programmierung deutlich: Während der Quellcode der W 700V-Firmware nicht zugänglich ist, fällt die des W 701V unter die General Public License und ist somit ein Open-Source-Produkt.
Das ermöglicht es freien Entwicklern, das Betriebssystem des Routers weiter zu entwickeln oder auf Sicherheitslücken zu prüfen. Ebenso kann die originale AVM-Firmware aufgespielt werden, wodurch dem Nutzer deutlich mehr Optionen zur Verfügung stehen. Bedenken sollte man aber, dass das eigenständige Verändern der Firmware zum Erlöschen aller Garantieansprüche gegenüber der Telekom führt.
Fazit: Lieber laufen
Wer einen DSL-Anschluss bei der Telekom bestellen und den kostenlosen 700er-Speedport mit nach Hause nehmen möchte, nimmt am besten den Weg zum nächsten T-Punkt in Kauf, um dort einen W 701V zu ergattern. Ohne DSL-Anschluss ist der Router in diversen Online-Shops erhältlich; insgesamt ist er dort günstiger zu haben als die vergleichbare Fritz!Box. Deren Software-Ausstattung ist dagegen um einiges besser.
Das könnte Sie auch interessieren
- Tabelle: Hardware der VDSL- und Kabel-Anbieter
- News: VDSL-Tarife der Telekom
- Download: Surf-Sitter
- Download: Online Fuchs
- News: Modem-Angebote der Deutschen Telekom
Links zum Thema
Jetzt sind Sie dran: Trackbacks und Re-Tweets
Trackbacks
Schreiben Sie in Ihrem Blog über diesen Artikel und Sie erscheinen mit Ihrem Blog-Eintrag hier...
Re-Tweets
... oder Sie twittern über diesen Artikel und verewigen sich mit Ihrem Profilbild, hier

Kommentare: Kurztest: T-Com-Router Speedport W 701V (1)
Im Forum diskutieren: Kurztest: T-Com-Router Speedport W 701V
Thema: Kurztest: T-Com-Router Speedport W 701V
15.08.09 12:56
Dieser Artikel war für mich persönlich sehr hilfreich.Ich habe jetzt ein 500 er und da icch jetzt den Unterschied zum 700/701 kenne,entscheide ich mich natürlich für den 701.Dankeschön.