Logitech MX 620 Cordless Laser Mouse im Test
Ergonomie
Von den zwei zur Stromversorgung benötigten Batterien ist im Betrieb zwar nichts zu sehen, dafür umso mehr zu fühlen. Mit satten 160 Gramm übertrifft sie auf der Waage sogar die mit zwei Edelstahlrädchen bestückte MX Revolution. Leider bringt die Entnahme einer Batterie keine Erleichterung, sondern lediglich die Mauselektronik zum Stillstand. Immerhin steht die MX 620 auf sehr komfortablen Gleitfüßen, die zwar mit wenig Widerstand und geringer Geräuschentwicklung punkten, aber nicht darüber hinwegtäuschen können, dass sie an Übergewicht leidet.
Sie liegt zwar nicht derart satt in der Hand wie die über 20 Euro teurere MX Revolution, dafür mindestens ebenso gut wie die MX 400 und MX 600, die zu den ergonomisch besten Vertretern ihrer Klasse zählen. Linkshänder gehen leider leer aus, denn die stark geschwungene Bauform ist für die andere Seite ausgelegt. Durch das hohe, sanft abfallende Gehäuse bleibt dem rechten Daumen viel Freiraum, sodass der Finger nicht ständig auf den Daumentasten liegen muss. Diese sitzen außerdem so fest, dass kaum ein Risiko für versehentliches Drücken besteht.
Das Mausrad ist in zwei Stufen regelbar.
Verarbeitung
Dem attraktiven Design der MX 620 kann auch die Materialqualität standhalten. Besonders beim Mausrad, zweifellos das Highlight schlechthin, leisteten die Logitech-Entwickler hervorragende Arbeit. Es liegt satt und schwer in der Hand, was angesichts der Edelstahlkonstruktion aber nicht weiter verwundert. Im ersten Gang rattert es recht laut, brilliert dafür mit einer feinen und exakten Rasterung. Gang zwei versetzt das silberne Glanzstück in den Hochgeschwindigkeitsmodus, in dem es nur noch bei hohen Drehzahlen ein Schleifgeräusch von sich gibt. Praktisch ist das High-Speed-Scrollen etwa dann, wenn mit möglichst wenig Aufwand das Ende einer ellenlangen Liste erreicht werden soll.
Von links nach rechts funktioniert das Vier-Wege-Rädchen mindestens ebenso komfortabel wie von oben nach unten. Sämtliche Tasten geben hervorragendes Feedback, allerdings verrichten die drei Zusatztasten ihr Werk nicht gerade leise. Die schicke Oberschale fühlt sich hochwertig und leicht rau an und hält die Hand fest im Griff. Guten Grip offerieren auch die gummierten Seitenflächen für Daumen, Mittel- und Zeigefinger, die jedoch einen nicht ganz so edlen Eindruck hinterlassen wie die restlichen Bauteile. Gekrönt wird das gelungene Gesamtwerk von überaus ordentlichen Spaltmaßen.
Fähigkeiten
Schwierigkeiten mit dem Mausrad wie bei der MX Revolution scheint die MX 620 glücklicherweise nicht zu kennen. So können etwa neue Tabs im Firefox schon vor der Softwareinstallation problemlos über die Mitteltaste geöffnet werden. In Sachen Konfigurierbarkeit bleiben kaum Wünsche offen: Bis auf den Links- und Rechtsklick können alle Tasten ganz nach eigenem Gusto programmiert werden. Hinzu kommen justierbare Beschleunigungs- und Geschwindigkeitswerte für den Mauszeiger sowie den Bildlauf in horizontaler und vertikaler Richtung. Letzterer bietet zudem eine durchaus nützliche Besonderheit: Für jedes Programm, den Internet Explorer etwa, lassen sich individuelle Einstellungen festlegen, die bei dessen Start in Kraft treten.
Mit einer Auflösung von 800 dpi fehlen dem Laser-Sensor der MX 620 satte 1.200 dpi zur hauseigenen Gaming-Konkurrenz in Form der Logitech G3, G5 oder G7. Damit ist sie für alltägliche Arbeiten und Freizeitaktivitäten am Computer dennoch völlig ausreichend versorgt. Erst auf stark spiegelnden Oberflächen kommt es zu gelegentlichen Aussetzern. Beim Zocken stört in erster Linie das hohe Gewicht, welches die Reaktionsfähigkeit bei schnellen Manövern erheblich einschränkt - eine Frage der Gewohnheit zwar, aber nicht die beste Ausgangslage. Erfreuliches weiß dafür die Batterieanzeige der SetPoint-Software zu berichten: Nach drei vollen Arbeitstagen stehen die Energiereserven noch auf 100 Prozent und versprechen ein Restguthaben von sage und schreibe 349 Tagen.
