Babelgum: Konkurrenz für Joost und Zattoo
Finanziert von Internet-Milliardär
Schlechte Usability, keine Widgets
Die Bedienung der Software ist ansonsten schlicht, aber nicht immer eingängig. So zwingt Babelgum seine Nutzer immer wieder zu unverständlichen Umwegen. Shows lassen sich nicht während des Anschauens als Favoriten markieren. Wer eine Sendung zu einer Playlist hinzufügen will, muss stattdessen zurück zur Channel-Übersicht.
An einigen Stellen werden zudem Tags oder Sendungs-Grafiken eingeblendet, ohne dass sie sich anklicken lassen. In Sachen Usability hat das Babelgum-Team noch einigen Nachholbedarf. Im unvermeidlichen Direkt-Vergleich zu Joost und Zattoo fällt zudem auf, dass Babelgum bisher noch keinerlei Widgets besitzt. Chats, Instant Messaging oder einen RSS-Nachrichtenticker sucht man vergebens.
Doch es gibt auch Pluspunkte: Babelgums Videoqualität ist in den meisten Fällen auch im Vollbild-Modus sehr ansehnlich. Im Gegensatz zu Joost kommt es auch seltener zu Ausfällen oder unangenehm langen Ladezeiten.
Zyniker mögen argumentieren, dass Babelgums Dienst bisher einfach zu unattraktiv ist, um unter übermäßigen Nutzeranstürmen zu leiden. Doch trotz des bisher eher mäßigen Eindrucks sollte man Babelgum nicht vorschnell abschreiben. Grund dafür ist nicht zuletzt das Team hinter der Plattform.
Joosts Gründer mögen bekannter sein, da sie zuvor schon Kazaa und Skype aus der Taufe gehoben haben. Doch Babelgum-Mitbegründer Silvio Scaglia ist auch nicht ganz ohne: Vor seinen Ausflug in die Welt des Online-Fernsehens gründete er mit Fastweb einen der größten Netzanbieter Italiens. Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes platzierte ihn 2006 auf Platz 77 seiner Liste der reichsten Männer der Welt. Scaglia besitzt demnach eine Milliarde US-Dollar - genug, um noch ein paar Millionen in die Weiterentwicklung des Babelgum-Angebots zu stecken.
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